Berührt, beseelt und optimistisch sollten sie nach Hause gehen, ihre Gäste. Da waren sich die Musiker der Martin-Rühmann-Band einig. Die Gäste in der Salus-Fachklinik: ein buntes Gemisch aus Patienten und Musikfreunden. Und genau das war gewollt.

Uchtspringe l Vor sechs Jahren fing es an: Da köderte das Salus-Fachklinikum Martin Rühmann, und nun ist er gar nicht mehr wegzukriegen. Sagt Rühmann. Am Freitag stand er mit seinen sechs Musikern auf der Bühne des Gesellschaftshauses des Fachklinikums Uchtspringe, nahm Gitarre und Mundharmonika, um Nachdenkliches und Poetisches zu singen.

Organisiert hatte das Konzert die Initiative "Mittendrin wir", um Patienten, Angehörige und Musikfreunde bei diesem kulturellen Miteinander zu vereinen und gegenseitige Berührungsängste abzubauen. "Wir wollen ein besseres Miteinander ermöglichen und zusammen Freude erleben", so Franka Petzke, Pressesprecherin der Salus-Fachkliniken und Mitorganisatorin.

Angesprochen hatte die Initiative damals den studierten Theaterpädagogen Rühmann, als dieser mit seinen Klinikclowns Uchtspringe beglückte. "Seither habe ich meinen Fuß in der Tür und bin der Kulturmanager", so der Künstler. Lebensbejahende Projekte und eine tolle menschliche sowie lebensnahe Atmosphäre hat das "Mittendrin-wir-Team" seither geschaffen. Mit "Viva La Vida" ("Es lebe das Leben!"), so das Motto des Konzerts am Freitag, sollte aber auch eine Vorspeise serviert werden: Ein musikalisches Häppchen anlässlich des bevorstehenden 120-jährigen Klinikjubiläums.

Warum die Martin-Rühmann-Band "Mittendrin-wir" unterstützt, was sie ihren Gästen mit auf den Weg geben möchte, haben vier Musiker der Volksstimme verraten:

Gören Eggert aus Erfurt, Drum und Percussion:

"An der Veranstaltung hier ist das Schöne, dass sich der Verein bemüht, für die Menschen, die hier leben, interessante Kulturprojekte anzubieten. Das regelmäßig zu machen in so einer ansprechenden Qualität, finde ich beeindruckend. Auch, dass man nicht einfach nur die Leute in der Klinik hat, sondern ihnen dadurch die große, weite Welt zeigt."

Warnfried Altmann aus Mecklenburg-Vorpommern, Saxofon:

"Erstmal finde ich die Texte von Martin Rühmann unglaublich berührend und beseelt. Die kann man sich eigentlich auch als Gedichtband durchlesen. Wir machen dazu die passende Musik. Jeder Mensch, der kreativ ist, Gefühl hat und der phantasievoll ist, geht heute reich beschenkt nach Hause. Bei mir gibt es überhaupt keine Ängste gegenüber psychisch Kranken. Aber wenn etwas Ängste abbauen kann, dann ist das Kunst und Kultur und in dem Fall Musik."

Martin Rühmann aus Magdeburg, Songschreiber, Gitarre und Mundharmonika:

"Vor Jahren haben wir mit Herbert Grönemeyer hier auch so eine Veranstaltung gemacht, mit Patienten und Künstlern aus der Region. Alle standen gemeinsam auf der Bühne und keiner hat gewusst, wer jetzt hier eigentlich Patient ist oder wer auch immer. Weil wir ja niemanden hier präsentieren außer uns alle. Wenn heute mehrere Generationen aus dieser Region gemeinsam Musik haben, wird es ein wunderschönes Fest und alle gehen zufrieden beseelt nach Hause. "

Matthias Geisse aus Magdeburg, am Piano:

"Es ist eine spannende Sache gewesen, vor gemischtem Publikum zu spielen. Einige konnte ich in der Pause sprechen. Es war interessant zu hören, als sie sagten: `Es sind die Texte, die uns angehen. Sie nehmen mich mit auf eine Reise.` Mit unseren Liedern und dem Auf und Nieder der Texte, mal nachdenklich, mal lebensbejahend, sorgen wir dafür, dass sie merken, dass das Leben mal so, mal so ist. Da der Ausklang des Konzertes sehr optimistisch war, sollte der Abend auch allen etwas Optimismus für die Zukunft geben."