Mehrere hundert Keramiker und Töpfer luden am Wochenende zum deutschlandweiten Tag der offenen Töpferei ein. Auch die Tangermünderin Angelika Otto ließ sich in der Werkstatt über die Schulter schauen.

Tangermünde l Am Wochenende konnte man bei der Keramikerin Angelika Otto in der Langen Straße von Tangermünde nicht nur einkaufen, die Kundschaft konnte auch zuschauen, wie die keinen und großen Werke Gestalt annehmen. Sie führte durch ihr Reich - die Werkstatt. Wer selber modellieren wollte, hatte ebenfalls dazu die Gelegenheit. Speziell für Kinder gab die Künstlerin am Tag der offenen Töpferei schon entsprechende Ideen vor. Passend zum bevorstehenden Fest waren es Osterhasen.

Seit 30 Jahren ist die studierte Pädagogin auf künstlerischem Gebiet tätig. Sie probierte sich in den verschiedenen Genres aus, bis sie schließlich zum Ton fand. " Er bietet mir unbegrenzte Möglichkeiten, meine Ideen umzusetzen", schwärmt Otto von dem Material. Außerdem habe sie schon als Kind im heimatlichen Weferlingen "am liebsten aus Erde Kleckerburgen gebaut", scherzt die Wahltangermünderin. Ihre Handschrift ist unschwer zu erkennen. Oft sind es Pflanzen, die sie in der Elbaue findet, deren Strukturen sie in den Ton einarbeitet. So wird jedes Stück für sich zum Unikat.

2001 machte sie aus ihrem Hobby einen Beruf, stellt seit dem in ihrer Werkstatt Dekorations- sowie Gebrauchsartikel her und verkauft diese im angegliederten Ladengeschäft. Das sei eine ideale Kombination für sie. Sei gerade mal keine Kundschaft im Geschäft, könne sie in der Werkstatt ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Selbst wenn sie eine kurze Zeit einmal nicht bedienen könne, weil ihr Handwerk ihre Aufmerksamkeit verlangt, werden die Menschen im Laden nicht ungeduldig. Sie schauen sich erst einmal um.

Fliesenbilder sind eine Leidenschaft

Zu sehen gibt es bei Angelika Otto eine ganze Menge. Von kleinen Glücksschweinen über Vasen und Pflanzgefäße bis hin zu Stelen für den Garten warten viele Dinge auf neue Besitzer. "Meine besondere Liebe gilt allerdings den Fliesenbildern", verrät sie. Angelika Otto zeigt auf ein Bild über ihrer Ladentheke. Das mittelalterliche Stendal ist zu sehen, von ihr angefertigt nach einem Stich von Merian. Das 2,80 mal 0,80 Meter große Original ist in Boltenhagen zu bewundern. Es war eine Auftragsarbeit.

Otto war nicht die einzige ihrer Zunft, die am Wochenende arbeitete. In mehreren hundert Töpfereien Deutschlands konnten Gäste hinter die Kulissen des Kunsthandwerks blicken. Es war die neunte Aktion dieser Art, veranstaltet von der deutschen Töpferinnung. Laut Otto ist es die größte Aktion dieser Art eines deutschen Handwerkszweiges.