Im gesamten Landkreis Stendal blieb die Unfallzahl von 4068 gegenüber dem Vorjahr stabil. Insgesamt starben elf Menschen im Straßenverkehr. Häufigste Unfallursache ist Wild, das unvermittelt auf die Straße springt.

Stendal l Statistisch gesehen hatte es die Stendaler Polizei im vergangenen Jahr täglich mit elf Verkehrsunfällen im Kreisgebiet zu tun. Insgesamt krachte es 4068 Mal auf den Straßen im Landkreis Stendal. "Die Zahlen sind stabil trotz eines Ansteigens des Verkehrs", sagte Wolfgang Gehrke, der Leiter des Polizeireviers Stendal, gestern bei einer Vorstellung der Unfallstatistiken für 2013. Insbesondere der Schwerlastverkehr habe zugenommen, gerade im Zusammenhang mit dem Aufbau von Windkraftanlagen in der Altmark.

Kontrollen sollen 2014 verstärkt werden

Bei den schweren Verkehrsunfällen, bei denen 104 Menschen schwer verletzt und elf getötet worden waren, seien überhöhte Geschwindigkeit und zu geringer Abstand die wesentlichen Unfallursachen gewesen. Um den Geschwindigkeitssündern beizukommen, wird die Stendaler Polizei 2014 ihre Kontrollen ausweiten. Es wird ein weiteres Großmessgerät angeschafft. Bislang war neben sechs Handmessgeräten lediglich ein Großmessgerät im Einsatz. Mit dem großen Gerät wurden in 1094 Stunden insgesamt 283515 Fahrzeuge kontrolliert, wobei es 6288 Geschwindigkeitsüberschreitungen gab. Die Handgeräte waren 502 Stunden im Einsatz und brachten bei der Kontrolle von 16132 Fahrzeugen, 1252Geschwindigkeitsvergehen zu Tage.

Es gebe im Landkreis sehr gut ausgebaute Bundes- und Landesstraßen, dadurch würden viele Fahrer zu hohen Geschwindigkeiten tendieren. Bei den Messungen seien Spitzenwerte von 150 km/h dabei gewesen.

Eine Kuriosität weist die Unfallstatistik auch auf: Bedingt durch das Hochwasser (Deichbruch am 10. Juni in Fischbeck) stieg im vergangenen Jahr im Stendaler Stadtgebiet die Zahl der Unfälle an, die Gesamtzahl im Kreisgebiet blieb über das Jahr gesehen allerdings konstant. "Die Unfälle haben sich nur verlagert und zwar in die Stadt Stendal", sagte Andreas Magerl, der Leiter des Revierverkehrsdienstes. Ursprünglich habe man angenommen, die Unfallzahlen könnten sich durch das Hochwasser verringern.

Hochgerechnet habe der Schaden der Unfälle bei 7,9Millionen Euro gelegen, sagte Magerl. Jedoch können man den Schaden nicht isoliert sehen, sondern müsse auch bedenken, dass in gewisser Weise auch die Wirtschaft angekurbelt werde, wenn Autos, Fahrräder und Ähnliches zu Bruch gehen. "Bei Unfällen, wo Menschen zu Schaden gekommen sind, verbietet sich natürlich eine solche Aufrechnung", sagte Polizeichef Gehrke.

Unfallursache Nummer eins von den blanken Zahlen her ist Wild. Rund ein Drittel aller Unfälle geht darauf zurück. "Es gibt keinen Ansatz, wie man die Zahl reduzieren kann", sagte Magerl. Es sei denn, man wolle alle potenziellen Gebiete einzäunen. Über Jahre gesehen habe es in dem Bereich allerdings keine schweren Verletzten gegeben.

Polizei: Ältere Radfahrer sind unbelehrbar

Bei der Prävention beziehe sich die Stendaler Polizei vorrangig auf die Vergehen mit Alkohol- und Drogen im Straßenverkehr sowie auf Geschwindigkeitsvergehen. Nahezu aufgegeben habe man dagegen die älteren Radfahrer. "Radfahrer ab 45 Jahre sind nahezu unbelehrbar", sagte Magerl. Immerhin hatte es 2013 insgesamt 82 Unfälle gegeben, bei denen die Radfahrer die Verursacher waren. Insgesamt hatte es 142 Unfälle gegeben, an denen Radfahrer beteiligt sind.

Im Übrigen: Die statistisch größte Gefahr, in einen Unfall verwickelt zu werden, besteht wochentags in der Zeit zwischen 15 und 18 Uhr - und dabei wiederum am häufigsten freitags. Insgesamt 706 Unfälle passierten an Freitagen, sonntags waren es 380.

 

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