Stendal l Um etwa 40 Kilogramm Rauschgift (Amphetamine, Haschisch, Marihuana und Kokain) im Wert von rund 120000 Euro geht es seit gestern in einem Prozess am Landgericht Stendal. Zwei 30-Jährige, ein gebürtiger Stendaler und ein gebürtiger Osterburger, müssen sich wegen Drogenbesitz und Drogenhandel verantworten.

Die Anklage wirft dem als Haupttäter geltenden Ex-Stendaler, der seinen Wohnsitz in Niedersachsen hat, derzeit aber in Untersuchungshaft in der JVA Burg einsitzt, gewerbsmäßigen Drogenhandel in 18 Fällen vor. Tatort soll ein Ort im Norden des Landkreises gewesen sein. Dort soll der 30-Jährige die Drogen an einen gesondert verfolgten und schon verurteilten Dealer, "Iwan" genannt, geliefert haben. Der Mitangeklagte, der mittlerweile ebenfalls in Niedersachsen wohnt, soll ihm in zehn Fällen zwischen Juni 2011 und Mai 2012 Beihilfe dazu geleistet haben.

Beide Angeklagte sagten gestern zur Sache aus und räumten einen Großteil der ihnen zur Last gelegten Straftaten ein. Allerdings sagte der Ex-Stendaler, dass nicht er selbst, sondern der schon verurteilte "Iwan" Initiator der Lieferungen gewesen sei. "Der war schon gut im Geschäft und nicht umgekehrt." Er selbst habe in einer finanziellen Misere gesteckt und wollte mit dem Drogenhandel da heraus kommen. Kiloweise habe er "Iwan" die gewünschten Drogen geliefert. "Ich habe gleich groß angefangen, sonst rechnet sich das nicht." Nach der von ihm aufgemachten Rechnung kam er aber auf weniger Lieferungen als angeklagt. Demnach hätte er an den schon verurteilten Abnehmer 18 Kilo Amphetamine zum Kilopreis von 3500Euro geliefert. Dazu seien sieben Kilo Haschisch zu je 1450 Euro gekommen und ein Pfund oder ein Kilo Marihuana im Wert von 2750 Euro oder 5500 Euro gekommen. Ein- oder zweimal hätte er auch Kokain in die Altmark gebracht: 50 oder 100 Gramm. Eingekauft hätte er das Kokain für 50 Euro je Gramm und gestreckt weiterverkauft für 55 Euro das Gramm. Verkaufswert ebenfalls 2750 Euro beziehungsweise 5500 Euro. Addiert ergibt das etwa einen Verkaufserlös von 84000 Euro, also eine Differenz von 36000Euro zu der Summe, von der die Staatsanwaltschaft ausgegangen ist.

Der zweite Angeklagte räumte ein, dass er den ihm seit Langem bekannten Mittäter zehn- bis zwölfmal in die Altmark gefahren habe. Dafür habe er jeweils 50 Euro "Spritgeld" bekommen und auch ab und zu mit seinem Kumpel eine "Linie" Kokain gezogen. Anfangs habe er nicht gewusst, was der Mitangeklagte bei "Iwan" abliefert. Später habe er selbst bei diesem "Gras" gekauft, insgesamt viermal. Fünf Prozesstage sind angesetzt, am 8. April wird das Urteil erwartet.