Die wichtigsten Straßen der Innenstadt sind saniert. Nun soll ein Projekt für die Sanierung der Schlossfreiheit erarbeitet werden. Und gleich während der ersten Beratung stieß diese Idee auf Für und Wider.

Tangermünde l "Ich denke, an anderen Stellen der Stadt wäre dieses Geld wichtiger." Thomas Staudt (CDU) machte aus seiner ablehnenden Haltung zur Vorplanung für die Sanierung der Schlossfreiheit am Dienstagabend kein Geheimnis. "Meine Euphorie hält sich in Grenzen", sagte er. "Ich habe ein großes Problem damit zu erklären, warum wir 330 000 Euro in ein solches Vorhaben investieren."

Planer Siegried Jakob stellte in dem Ausschuss am Dienstag erste Ideen vor. Zustande gekommen sei das Ganze überhaupt, so glaubte dieser sich zu erinnern, weil die KMG-Kliniken als Betreiberin des Seniorenheims auf dem ehemaligen Krankenhausareal mit der Bitte an die Stadt herangetreten wären, Fußweg und Straße zu verbessern.

"Meine Euphorie hält sich in Grenzen."

Thomas Staudt

Die Fahrbahn von der Hünerdorfer Straße bis zur Burgauffahrt, berichtete Jakob, sei aufgrund ihres schlechten Untergrundes vor allem in der Tiefe zu sanieren. Immer wieder würden sich hier Fahrspuren bilden, die allerdings stets neu entstehen würden, wenn die Ursache im Grund nicht behoben werde. Zur Gestaltung der Oberfläche könne das bisherige Pflaster wiederverwendet werden. Zum Fußweg links und rechts dieses Abschnitts stellte der Planer fest, dass dieser auf beiden Seiten nicht optimal sei. Er könne allerdings auf Museumsseite im Zuge der Sanierung breiter gestaltet werden. Die Fahrbahnbreite würde diesen Spielraum zulassen. Auf der anderen Seite wäre der Gehweg lediglich an einer Hausecke sehr schmal und könne auch dort durch kleine Korrekturen ein wenig nach außen gezogen werden.

Wesentlich aufwendiger würde sich die Arbeit vom Burgmuseum in Richtung ehemaliges Krankenhaus gestalten. Der Fußweg solle hinter die Baumreihe verlegt werden. So gewinne die Fahrbahn an Breite. Zwei Fahrzeuge könnten sich dann begegnen.

Das Problem, das die Stadt in diesem Bereich bekommen würde, wäre das der Parkgestaltung. "Wir wollten hier gar nichts anfassen", gestand der Planer. Doch mit dem Wunsch, den Gehweg zu verlegen, werde der Park, auch als Amtsgarten bekannt und ein Denkmal, angefasst. Das Landesamt für Denkmalschutz in Halle fordert deshalb eine Gestaltung der Anlage nach altem Vorbild. Doch das lasse sich nur teilweise realisieren, weil Reste eines Denkmals auf Landkreisgrundstück und ein Parkplatz sowie ein Klinikgebäude das gar nicht mehr zulassen würden.

Mit Vertretern der KMG sei bisher nicht gesprochen wurden, berichtete Sachgebietsleiter Thomas Stagneth. Erst einmal wolle die Verwaltung wissen, ob es überhaupt erwünscht sei, die Planungen in dieser Sache weiter voranzutreiben. Erst dann werde der Kontakt gesucht und eine mögliche finanzielle Beteiligung erfragt.

"Wichtig, ein Projekt in der Schublade zu haben."

Jörg Jensen

"Der Gehweg in diesem Bereich macht uns immer wieder Sorgen", begründete Thomas Stagneth die Planung. Täglich nutzen ihn die Männer und Frauen, die ihren Lebensabend im "Elbblick" verbringen, die spazieren gehen oder in die Stadt wollen.

Bauausschussvorsitzender Jörg Jensen fügte hinzu: "Es hat sich in der Vergangenheit immer wieder als wichtig erwiesen, ein Projekt in der Schublade zu haben."