Stendal l Mit 37 Kandidaten zieht die Linke in den Kreistagswahlkampf. Die Listen für die drei Wahlbereiche wurden beim Kreisparteitag aufgestellt. Die Spitzenplätze in den drei Wahlbereichen nehmen dabei Bundestagsabgeordnete Katrin Kunert (Stendal), Landtagsabgeordnete Helga Paschke (Osterburg-Bismark) und Kreistagsabgeordneter Günter Rettig (Elbe-Havel-Tanger) ein. Kreisvorsitzender Mario Blasche stellte den 73 Teilnehmern auch das Wahlprogramm vor, das später von der Versammlung einstimmig angenommen wurde.

"100 % sozial - auch kommunal" ist es überschrieben und soll damit an die 100-Prozent-sozial-Kampagne zur Bundestagswahl anknüpfen. "Und die war doch erfolgreich", meinte Blasche. Seit dem Spätherbst hatte sich eine Arbeitsgruppe mit dem Entwurf des Wahlprogramms beschäftigt. Darin sind auch Themen enthalten, die schon bei der Kreistagswahl 2009 angesprochen wurden. "Da schilderte Günter Rettig die Arroganz von CDU, SPD und FDP, die nichts gegen die Kinderarmut im Landkreis unternommen haben, weil sie sie einfach nicht wahrhaben wollten", nannte Blasche ein Beispiel.

Der Landkreis sei in dem Bereich aber nach wie vor das Schlusslicht. Weiterhin hat sich die Linke dem Kampf gegen Langzeitarbeitslosigkeit und Altersarmut verschrieben. Und eine alte Idee soll auch nicht vor ihrer Umsetzung sterben: der Sozialpass. "Im Harz gibt es ihn beispielsweise und da machen 79 Einrichtungen mit", machte Blasche deutlich, dass das Vorhaben nicht unmöglich ist. Und auch die Nöte der Asylbewerber sprach er an. "Denen stehen sechs Quadratmeter Wohnfläche zu, das ist doch nicht tragbar", sagte er. Der Artikel 1 des Grundgesetzes (Die Würde des Menschen ist unantastbar, d. Red.) sei nicht relativierbar und gelte für jeden.

Für die Kreistagswahl hat er ein festes Ziel vor Augen: "20 Prozent plus x". Er selbst wird nicht mehr in seinem angestammten Bereich um Stimmen werben, sondern im Bereich Osterburg-Bismark. "Ich werde mit meiner Frau in den kommenden Wochen umziehen", kündigte er an. Nach 46 Jahren werde er seine Heimatstadt Stendal verlassen und in den ländlichen Raum nach Baben ziehen. Und er verriet noch etwas Privates: "Ich hoffe, dass der FC St. Pauli aufsteigt."