Unter den 237000 Besuchern der Leipziger Buchmesse waren mindestens drei aus Stendal. Mitarbeiterinnen der Buchhandlung Genz verschafften sich bei der literarischen Schau einen Überblick über Neuheiten, trafen Verlagsvertreter und Autoren.

Stendal l Die Eindrücke sind noch frisch und vor allem: viele! Susanne Malzahn weiß gar nicht, wo sie anfangen soll zu berichten von der Leipziger Buchmesse, auf der sie am Wochenende war. "Es war toll, man ist einfach überwältigt, und wir haben gestaunt, wie einfallsreich sich die Verlage präsentierten und wie begeistert die jungen Leute auf der Manga-Convention waren", erzählt die Inhaberin der Stendaler Buchhandlung Genz. Mit ihrer Mitarbeiterin Birgit Klitsch streifte sie Sonnabend und Sonntag mit Buchhändlerblick durch die Messehallen.

Begegnung mit Preisträgern auf dem blauen Sofa

Termine mit Verlagsvertretern waren schon vorher vereinbart gewesen. "Diese Gespräche sind wichtig, weil man ja schon seit Jahren zusammenarbeitet und bei den Vertreterbesuchen im Laden oft nur wenig Zeit ist", sagt Malzahn. Außerdem könne sie sich so über Neuheiten auf dem Buchmarkt informieren, die in den Katalogen noch nicht drin waren. "Und wir bekommen auf diese Weise ja auch Empfehlungen, entdecken neue Verlage, die man ins Sortiment nehmen könnte, oder geben den Verlagen Rückmeldung, welche Titel nicht so gut liefen."

Beeindruckend und einmalig waren für die Stendaler Buchhändlerinnen die Begegnungen mit Autoren. "Wir wollten unbedingt zu Giulia Enders, hatten aber Mühe, den Stand zu finden, und haben es gerade noch rechtzeitig kurz vor Lesungsbeginn geschafft", berichtet Susanne Malzahn und ist noch ganz begeistert von der natürlichen Überzeugungskraft der Medizinstudentin, die mit ihrem wissenschaftlich fundierten, aber gewitzt geschriebenen Buch "Darm mit Charme" auf jeden Fall auch im Angebot der Buchhandlung Genz ist. "Wir sind überzeugt, dass sich dieser Titel gut verkaufen wird", sagt Malzahn, die mit ihrer Kollegin sogar noch Gelegenheit hatte, mit der Autorin ins Gespräch zu kommen. Und über den Weg gelaufen sind ihnen dann noch Simon Becket und Nele Neuhaus.

Zwei Tage zuvor hatte bereits Mitarbeiterin Hannelore Hünemörder das Vergnügen, den mit dem Preis der Leipziger Buchmesse Ausgezeichneten zu begegnen: "Die drei auf dem blauen Sofa zu sehen und ihnen zuzuhören, war sehr beeindruckend." Zu diesen dreien gehörte Sasa Stanisi, dessen Roman "Vor dem Fest" auch schon im Genz`schen Laden liegt. Allein die Nominierung für den Preis sorge immer schon für einen Anstieg bei den Bestellungen, sagt Malzahn. Inzwischen sei nachgedruckt worden, Lieferengpässe könne es dennoch geben.

Fest auf ihrer Leseliste vorgemerkt hat sich Susanne Malzahn nach dem Leipzigabstecher neben Giulia Enders` Darm-Buch auch John Grishams "Die Erbin" und von Haruki Murakami "Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki".

In der Rückschau auf die Messe entfährt der Buchhändlerin jedoch ein Seufzer: "Es gibt so viele Neuheiten, das schafft man gar nicht alles."

   

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