Das DRK-Möbellager in Tangermünde hat seit zwei Wochen wieder geöffnet. Noch immer kommen Menschen aus der Hochwasserregion, suchen und finden hier Dinge, die sie für einen Neuanfang brauchen.

Tangermünde l "Zum 1. Dezember hatten wir hier erst einmal geschlossen. Da der Bedarf allerdings nicht abgerissen ist, haben wir uns dazu entschlossen, das Möbellager wieder zu öffnen", berichtet Christine Ahl. Sie leitet den Tangermünder Ortsverband des DRK, ist vor Ort, wenn das Lager seine Türen offen hat. Seit dem 5. März ist das immer mittwochs von 10 bis 17 Uhr und sonnabends von 9 bis 12 Uhr.

"In den drei Monaten, in denen wir geschlossen hatten, waren wir jedoch immer noch in Aktion", verrät die Ortsverbandschefin. Die Telefonnummern an der Tür wurden genutzt. Menschen brachten Spenden oder holten nach Vereinbarung auch etwas ab. "Viele hatten gedacht, dass sie Weihnachten wieder in ihrem Haus leben können", erzählt Christine Ahl. Doch nicht immer sei dieser Wunsch in Erfüllung gegangen. Sie berichtet von einem älteren Ehepaar, längst im Ruhestand, das in den vergangenen Monaten in der Scheune lebte und erst jetzt zurück in sein Haus kann. Auch andere würden erst in diesen Tagen damit beginnen können, die Wände in ihren Häusern zu malern. "Sie tapezieren nicht, sondern streichen die Wände", sagt Christine Ahl.

Immer wieder wird sie in ihren Erzählungen unterbrochen. Fragen werden an sie herangetragen, Ehrenamtliche führen Suchende durch den Raum, wollen wissen, ob eine Schrankwand noch zu haben ist, Tische und Stühle noch nicht reserviert sind. "Was an Spenden kommt, ist oft auch gleich wieder weg", verrät die Leiterin aus Tangermünde. "Jetzt haben die Menschen ein neues Ziel: Ostern wollen sie in ihrem neuen Heim sein. Das ist gut so, schließlich braucht man ein Ziel."

"Was wir dringend brauchen, sind Kleinmöbel."

Doch nicht immer können die Spenden gleich mitgenommen werden. Deshalb stehen im Möbellager auch viele Dinge, die darauf warten, nur noch abgeholt zu werden, bis eben die sanierten Räume im einstigen Hochwassergebiet wieder bewohnbar sind.

"Nur gegen Vorlage der Hochwasserbescheinigung geben wir die Spenden raus", betont Christine Ahl. Oft werde ihnen auch Geld geboten. Doch die Spenden würden kostenlos angenommen und auch kostenlos wieder an die Menschen ausgegeben. Da macht die Leiterin keine einzige Ausnahme. Viele Familien kennen sie inzwischen. Aus Fischbeck, Schönhausen, Kabelitz, Wust, Grobleben kommen sie und schauen sich um.

"Was wir unbedingt brauchen, sind Kleinmöbel, keine großen Schränke", berichtet Christine Ahl. Danach würden die Menschen fragen. Doch davon gebe es gar nichts im Lager. Auch alle anderen gebrauchsfähigen Dinge würden gern entgegengenommen.

Wer Spenden abgeben möchte oder auch Dinge im Lager findet, die er selbst nicht mitnehmen kann, darf auf die Hilfe des DRK zurückgreifen. "Zehn Mann sind hier im Einsatz, immer in Schichten. Und wir fahren auch Touren", erklärt Christine Ahl.

Inzwischen kämen auch Spenden zurück, weil diese jetzt durch Neukäufe ersetzt werden können. Ahl: "Was noch gut ist, muss nicht weggeworfen werden. Es hat für den Übergang geholfen und kann jetzt anderen dienen."