Im Oktober wurde die Ampelschaltung an der Schützenplatz-Kreuzung geändert. Der Verkehr in den Hauptstraßen soll besser fließen. Jetzt staut es sich zu Stoßzeiten in den Nebenstraßen.

Stendal l Seit fast einem halben Jahr kommt es zu den Verkehrshochzeiten am Schützenplatz häufig zu einem Rückstau in der Bergstraße und am Nordwall. Steffen Rathke (46) kennt das Problem, er steckt sogar jeden Morgen mittendrin, wenn er sein Kind gegen 8 Uhr mit dem Auto oder zu Fuß in die Kita bringt. "Die Ampelschaltung wurde seit Oktober spürbar verändert", erzählt der Familienvater. Damit meint Rathke die Ampel für Rechtsabbieger, die aus der Bergstraße oder vom Nordwall kommen und auf die Parkstraße oder Bismarckstraße fahren wollen. "Vorher war es besser geregelt", bemängelt Rathke.

Autofahrer fahren über Bordsteine

Henry Jakob, Mitarbeiter der Landesstraßenbaubehörde in Stendal, versteht den Ärger des Autofahrers und bestätigt, dass die Ampelschaltung am Schützenplatz verändert wurde. "Im vergangenen Jahr wurden Verschleißteile an den Ampeln ausgetauscht. Es wurden zudem verkehrstechnische Untersuchungen und Verkehrszählungen durchgeführt", sagt Jakob. Die Programme der Ampeln seien entsprechend an den Verkehr angepasst worden. "Innerhalb der Stadt kommen drei Landesstraßen an diesem Punkt zusammen: Arneburger Straße, Bismarkstraße und Parkstraße," sagt Jakob.

Die Landesstraßen seien den kommunalen Straßen und Nebenstraßen übergeordnet und müssten bevorzugt werden, damit der Verkehr innerhalb der Stadt flüssiger laufe. "Die Grünphase am Nordwall wurde deswegen verkürzt, sonst würde der Verkehrsfluss aus der Haferbreite stoppen." Längere Grünphasen für den Nordwall würde zu Lasten aller anderen Straßen gehen und dort Rückstau verursachen. Sobald die Ampel aus Richtung Bergstraße grün anzeigt, schaltet die nachfolgende Ampel auf der Parkstraße für den Geradeausverkehr, aber auch für Rechtsabbieger auf die Bismarckstraße rot und der Verkehrsfluss stoppt. "Manchmal stehen die Autos sogar bis zum Edeka-Markt", sagt Rathke. "Für mich ist das zwar nicht so dramatisch, aber für alle, die pünktlich zur Arbeit kommen müssen oder unter Zeitdruck stehen, ist das furchtbar", bewertet der Stendaler, der seit Oktober in Elternzeit ist, die Situation. "Der ganze Verkehrsfluss stoppt, und ich sehe oft, wie andere Autofahrer über den Bordstein fahren, um wieder umzudrehen, weil es nicht voran geht."

Dass dadurch gefährliche Situationen entstehen, ist für den Familienvater das größte Problem. Er traue sich manchmal nicht mit dem Kinderwagen über die Kreuzung, wenn er den morgendlichen Weg zu Fuß zurücklegt. "Die Autos stehen Stoßstange an Stoßstange und man kann einfach nicht mehr die Parkstraße überqueren", so Rathke. Der Stendaler findet die Situation verständlich: "Die Autofahrer nutzen die nächste Lücke, um noch über die erste Ampel zu kommen. Es ist selten, dass jeder Rücksicht auf Fußgänger nimmt."

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