Stendal. "Tun wir alles dafür, um solche Verbrechen für die Zukunft auf immer zu verhindern!" Das war die Botschaft von Oberbürgermeister Klaus Schmotz, als er gestern am Grab von Robert Dittmann auf dem städtischen Friedhof, das zugleich als Mahnmal für die ermordeten Antifaschisten fungiert, zum Nationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus sprach und an die Millionen Opfer von Terror und systematischem Massenmord erinnerte. "Viele Ältere, aber auch Jüngere meinen", so der OB, "man müsse die Vergangenheit ruhen lassen. Sie blenden den grausamen Teil unserer Geschichte einfach aus." Doch wer so denkt, werde von der Geschichte wieder eingeholt, "das zeigen die Aufmärsche von Neonazis – auch in unserer Stadt". Er verstehe den Gedenktag als Auftrag, die Erinnerung von Generation zu Generation weiterzutragen.

Rund 30 Stendaler, darunter Vertreter der meisten Stadtratsfraktionen, hatten sich gestern vor dem Mahnmal eingefunden. Den 27. Januar, Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee, hatte der frühere Bundespräsident Roman Herzog 1996 zum Gedenktag proklamiert. Inzwischen wird dieser Tag auch in Israel, Groß Britannien und Italien begangen.