Bis zum 9. Juni ist in Stendal die Ausstellung "Ostereier - zwischen Kult und Kunst" zu sehen. Prinz Stefan von und zu Lichtenstein eröffnete am Sonnabend die Schau mit 236 Eiern aus 30 Ländern. Die Sammlung ist erstmals öffentlich zu sehen.

Stendal l Der Lichtensteiner Jurist und Kulturmäzen Adulf Peter Goop (1921-2011) gab ein halbes Vermögen für seine Osterereiersammlung aus, die der 90-Jährige kurz vor seinem Tod 2010 dem Land Lichtenstein vererbte. Das Lieblingsstück des Sammlers, ein Ei des russischen Hofjuweliers Carl Fabergé(1846-1920) hat einen Marktwert von rund 30 Millionen Euro, erläuterte der Sohn Peter Goop, der am Sonnabend bei der Ausstellungseröffnung zu "Ostereier - zwischen Kult und Kunst" im Winckelmann-Museum ebenso dabei war, wie der Lichtensteinische Botschafter in Berlin, Prinz Stefan von und zu Lichtenstein. Der adelige Besuch hatte sich vor dem Gang durch Ostereier-Ausstellung im Stendaler Rathaus in das Goldene Buch der Stadt eingetragen.

"Natürlich können wir nicht die teueren Fabergé-Eier in Stendal zeigen. Die Anforderungen an die Sicherheitstechnik würden das Budget sprengen", sagte Ausstellungskuratorin Eva Hofstetter. Aus dem Fundus des Lichtensteinischen Landesmuseums, das die rund 2500 Ostereier der Goop-Sammlung besitzt, wurden 236Eier für die Stendaler Schau ausgewählt. Sie stammen aus 30 verschiedenen Ländern.

"Die Sammlung wurde noch nie öffentlich gezeigt", sagte der Lichtensteinische Museumsdirektor Rainer Vollkommer, der gleichzeitig auch stellvertretender Präsident der Winckelmann-Gesellschaft ist. Ihm ist es maßgeblich zu verdanken, dass diese "spektakuläre Sammlung", wie es Oberbürgermeister-Vize Axel Kleefeldt ausdrückte, nach Stendal gekommen ist.

Prinz trug sich ins Goldene Buch ein

Im Gegenzug zur Ostereier-Sammlung werde das Landesmuseum in dem kleinen Fürstentum nun im Herbst die Nikolaus-Ausstellung der Winckelmann-Gesellschaft erhalten, sagte Max Kunze (Berlin), der Präsident der Stendaler Gesellschaft.

Die Bandbreite der Ostereier-Sammlung reicht von einer chinesischen Korkschnitzerei in einem Glasei über ein marmorgeschliffenes Ei aus Indien bis hin zu russischen Goldschmiedearbeiten. Die Ausstellung wird ergänzt durch rund 50 kunstvoll verzierte Eier von Stendalern sowie von drei Künstlern aus Berlin.

Zur Eröffnung kam eine sorbische Delegation aus Cottbus. Auch bei ihnen hat das Verzieren von Ostereier eine Tradition. Im sächsischen Sabrodt (bei Hoyerswerda) gibt es seit 2002 ein Ostereiermuseum. Einige sorbische Eier gehören zur Stendaler Ostereierausstellung. "Wir sind stolz, dass wir dabei sind", sagte Dorothea Tschöke.

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