Französische Schüler besuchen für acht Tage ihre Partnerschule in Stendal. Ganz oben auf dem Programm stand ein Besuch der Wanderausstellung zum Ersten Weltkrieg.

Stendal l Es sei nur ein Klischee, dass Franzosen sehr langsam und genüsslich essen, erzählt Laura Ziegler (17) vom Winckelmann-Gymnasium. Seit vergangenen Donnerstag werden 17 Schüler und zwei Lehrerinnen aus dem französischem Châteauroux in Stendaler Gastfamilien beherbergt. Die Austauschschüler teilen den Alltag und den Unterricht mit den Winckelmann-Gymnasiasten der Oberstufe.

Die Winckelmann-Schülerin Laura Ziegler findet den Besuch der Franzosen spannend: "Ich finde es schön, neue Leute und Kulturen kennenzulernen und nebenbei die Vokabelliste etwas zu erweitern." Der einzige Unterschied zu den französischen Schülern sei, dass die Franzosen mit mehr Gelassenheit an die Dinge herrangingen, berichtet sie.

In deutschen Schulen gibt es mehr Pausen

Ihre französische Mitschülerin Romane Moulne (16) ist vom deutschen Schulalltagbegeistert: "Ich würde gerne noch tiefer in die Sprache eindringen, um mich besser verständigen zu können." Der deutsche Schulrhythmus komme ihr mehr entgegen als der französische. "In Frankreich dauert eine Unterrichtsstunde statt 45 Minuten 55 Minuten und es gibt weniger Pausen", erzählt die Französin.

Sehr willkommen kam Schulleiterin Anke Bollmann die Wanderausstellung zum Ersten Weltkrieg im Altmärkischen Museum. "Unsere Elftklässler hatten das Thema Erster Weltkrieg bereits im Unterricht behandelt. Auch die französischen Schüler hatten sich schon im Unterricht damit auseinandergesetzt", erzählt die Direktorin. Es sei ein schöner Kontrast, wenn sich die Schüler diese Konfrontation vor 100 Jahren heutzutage zusammen anschauen.

"Bis vor einigen Jahrzehnten war es alles andere als selbstverständlich, denn die Franzosen und die Deutschen standen sich schon öfter in Kriegen gegenüber", sagt Bollmann.

Im Mai folgt der Besuch in Frankreich

Die Bereitschaft sich anzunähern und mehr Ähnlichkeiten als Unterschiede zu suchen, hat sich trotz der langen Kriegsvergangenheit durchgesetzt. Auch in Stendal ist die länderübergreifende Freundschaft präsent.

Seit 2010 gibt es diesen Schüleraustausch zwischen dem Stendaler Gymnasium und der französischen Schule Lycée "Pierre et Marie Curie" in Châteauroux. Acht Tage haben die Schüler die Möglichkeit, ihre Nachbarn und deren Kultur besser kennenzulernen. Bereits zum vierten Mal besuchen französische Schüler das Stendaler Partnergymnasium.

Im Mai statten dann 17 Winckelmann-Schüler der Oberstufe der französische Partnerschule den vierten Besuch ab.

 

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