Im vergangenen Herbst sorgte Otto Nawrocki für Schlagzeilen, als der 90-Jährige von den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Brasilien drei Medaillen mit nach Stendal brachte. Am 11. Mai erlebt ein Film über ihn in Stendal seine Premiere.

Stendal l "Unerschöpflich" hat Marijn Poels seinen 63-minütigen Dokumentarfilm genannt, in dem er Otto Nawrocki porträtiert und der am Sonntag, 11. Mai, ab 17.30 Uhr erstmals über die Kinoleinwand läuft. "Otto ist ein kleiner Mann mit großen Geschichten", sagt der niederländische Filmemacher, der den Altmärker acht Monate lange begleitete.

Und so zeichnet der Streifen weit mehr als die sportlichen Leistungen und Erfolge eines 90-Jährigen nach, die er im Oktober des Vorjahres mit drei Silbermedaillen bei den Weltmeisterschaften im brasilianischen Porto Alegre krönte. Nawrocki spricht auch darüber, wie er in Walsleben mit acht Geschwistern aufwuchs, über sein Leben als Soldat im Zweiten Weltkrieg, sein Leben in der ehemaligen DDR.

Ehrungen anstrengender als Filmaufnahmen

Otto Nawrocki ist mit dem Film über sich zufrieden. "Ja, das bin ich", erklärte er gestern auf Volksstimme-Nachfrage. Der Stendaler hat ihn schon quasi im Kleinformat am Fernsehmonitor gesehen. Gespannt ist er nun, wie der Film auf der Kinoleinwand wirkt. Ebenso wie Marijn Poels ist Otto Nawrocki bei der Premiere von "Unerschöpflich" im Uppstall-Kino zu Gast.

Der Senior wünscht sich, dass sich viele junge Menschen den Film anschauen. "Ich glaube, gerade für sie ist es ganz interessant zu sehen, wie wir damals unsere Jugend verbracht haben", begründet er.

Im Mittelpunkt des Dokumentarfilms steht aber die Vorbereitung Nawrockis auf die Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Porto Alegre und seine Teilnahme an den Titelkämpfen. Die Zusammenarbeit mit Marijn Poels habe er als recht angenehm empfunden, schätzt der Seniorensportler ein, weil der Filmemacher sehr zurückhaltend agiert habe. Der "ganze Rummel" nach der Rückkehr aus Brasilien sei nervender gewesen.

Die vielen Interviewwünsche und Ehrungen allerdings sind nicht verwunderlich. Immerhin bescherten ihm 7,07 Meter im Kugelstoßen, 18,45 Sekunden über 100 Meter und 39,14 Sekunden über 200 Meter jeweils den Vizeweltmeistertitel.

Keine Wettkämpfe, aber regelmäßiges Training

Inzwischen hat der Altmärker, zu dessen Familie acht Kinder, 16 Enkel, 16 Urenkel und eine Urenkelin gehören, seine Wettkampfschuhe an den berühmten Nagel gehängt. Die Wettkampfschuhe wohlgemerkt - sportlich aktiv ist er indes weiterhin. "Ich kann ja nicht einfach mit dem Training aufhören", sagt Otto Nawrocki. Zweimal wöchentlich ist beim Stendaler Leichtathletikverein aktiv, einmal nimmt er am Reha-Sport teil.

Am Sonntag, 11. Mai, wird er zum Zuschauer: Dann läuft "Unerschöpflich" im Uppstall-Kino mit Otto Nawrocki in der Hauptrolle.

 

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