Stendal (ge) l Finale im Prozess um den tragischen Tod eines 54-jährigen Stendalers. "Der Angeklagte war ein Spielball seiner Gefühle; im weiteren Sinn handelt es sich um eine Affekttat. Der Tod des Opfers ist ihm aber mit der für eine Verurteilung notwendigen Gewissheit nicht anzulasten." So begründete Richter Ulrich Galler, Vorsitzender der Schwurgerichtskammer am Landgericht Stendal, gestern die Freiheitsstrafe von zwei Jahren und vier Monaten wegen vorsätzlicher Körperverletzung für einen 26-jährigen Hansestädter aus dem Trinkermilieu. Außerdem ordnete das Gericht "als Mittel der Wahl" die Unterbringung im Maßregelvollzug zur Alkoholtherapie an.

Durch die Faustschläge des 26-Jährigen erlitt ein 54-Jähriger ebenfalls aus dem Trinkermilieu einen doppelten Unterkieferbruch und einen Zahnabbruch. Dieser Zahn gelangte in die Luftröhre und löste eine Lungenentzündung aus. Ob diese todesursächlich war, vermochte ein Rechtsmediziner nicht mit absoluter Sicherheit zu sagen. Der 26-Jährige ist vielfach vorbestraft und stand wegen Raubes zur Tatzeit unter Bewährung. Mit der Therapie zum Alkoholentzug im Maßregelvollzug bekomme er "eine Chance, sein Leben in den Griff zu bekommen", hieß es im Urteil.

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