Bisher trägt nur eine Schule aus dem Landkreis Stendal den Titel "Schule gegen Rassismus". Eine Fachtagung informierte am Montag über das gleichnamige Projekt.

Stendal l 123 Schüler und 34 Lehrende aus dem Landkreis nahmen am Montag in der Hochschule Stendal an der Fachtagung "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" teil. Die Veranstaltung machte auf das gleichnamige, bundesweite Netzwerk aufmerksam, in dem sich teilnehmende Schulen dazu verpflichten, aktiv gegen Rassismus und andere Formen der Ausgrenzung vorzugehen. Obendrein konnten sich Schüler und Lehrer in Workshops, die von externen Referenten geleitet wurden, eingehend mit dem Thema Diskriminierung im Schulalltag auseinandersetzen.

Koordinatorin Annika Stark vom Verein KinderStärken zeigte sich über den großen Zuspruch erfreut: "Es sind mehr Teilnehmer gekommen, als wir erwartet hatten. Wir mussten die Zahl der Workshops sogar erhöhen, damit die Gruppen nicht zu groß wurden." Ausgrenzung sei zudem ein Thema, das etwa in Form von Mobbing in jeder Schule an der Tagesordnung ist und mit dem auch schon Schüler unterer Klassenstufen konfrontiert werden, so Stark.

Freiwilliges Engagement soll Schule machen

Nach einem einleitenden Grußwort von Cornelia Habisch von der Landeszentrale für politische Bildung führte eine Berliner Theatergruppe ein Stück zum Thema Rassismus auf. Dabei wurden auch historische Ereignisse beleuchtet, die im Unterricht für gewöhnlich keinen Platz finden.

Nach den anschließenden Workshops stellte Erik Niemietz, Abiturient und ehemaliger Schüler des Kurfürst-Joachim-Friedrich-Gymnasiums in Wolmirstedt, vor, mit welchen Aktionen sich die Schüler dort bereits seit 2006 erfolgreich für einen Alltag ohne Diskriminierung engagieren.

Nicht zuletzt dadurch erhoffen sich die Veranstalter, dass sich auch im Landkreis Stendal mehr Schulen am Netzwerk beteiligen. Bislang trägt einzig die Geschwister-Scholl-Schule in Goldbeck den Titel "Schule ohne Rassismus". In ganz Sachsen-Anhalt sind es 98 Bildungseinrichtungen.