Buchholz/Stendal l Die Mitglieder des Stendaler Hauptausschusses lauschten gespannt, als Axel Kleefeldt, Stellvertreter des Bürgermeisters, am Montagabend darüber informierte, dass die Hansestadt noch in diesem Monat eine stationäre Blitzereinrichtung in Buchholz installiert. Einige Volksstimme-Leser zeigten sich von einer entsprechenden Meldung am gestrigen 1. April irritiert und mutmaßten: ein Scherz.

Messung in beide Fahrtrichtungen möglich

Keinesfalls. "Aufgrund der festgestellten massiven Geschwindigkeitsverstöße, insbesondere auf der Bundesstraße in der Ortschaft Buchholz" werde ein Blitzer aufgestellt, hieß es gestern auf Volksstimme-Nachfrage aus dem Rathaus.

Bei der ersten stationären Blitzereinrichtung, die die Stadt Stendal betreibt, handele es sich um eine Überwachungsanlage neuester Bauart. Wie Stadtsprecher Klaus Ortmann berichtet, können damit Geschwindigkeitsmessungen rund um die Uhr erfolgen. Sie sind in beide Fahrtrichtungen möglich.

Der Blitzer soll bereits in der kommenden Woche aufgebaut werden. Eine Schonfrist dürften zu schnelle Autofahrer dann aber noch haben, muss doch die Anlage noch geeicht und müssen städtische Mitarbeiter im Umgang mit ihr eingewiesen werden. Die Auswertung der Messungen und die Bearbeitung von dabei festgestellten Ordnungswidrigkeiten erfolgt in der Stadtverwaltung mit der Bildverarbeitungstechnik und mit der Software, die dort bereits vorhanden sind und bislang auch schon angewendet wurden.

Für die Stadt Stendal als Betreiberin der Blitzereinrichtung scheinen die Kosten überschaubar, wie die reinen Zahlen aus dem Rathaus vermuten lassen. Demnach fallen für den Stromanschluss 4200 Euro an und für den Netzanschluss rund 1850 Euro.

Partner erhält sechs Euro pro verwertbaren Fall

"Es wurde ein speziell auf die Bedürfnisse der Hansestadt Stendal zugeschnittener Dienstleistungsvertrag geschlossen", erklärt Ortmann. An den Partner fließen Gelder, was aber für die Stadt kein Risiko berge, so der Stadtsprecher weiter. Er begründet: "Die Hansestadt Stendal erstattet dem Vertragspartner pro verwertbarem Fall sechs Euro zuzüglich Umsatzsteuer. Somit sind nur Ausgaben zu tätigen, wenn durch die Ahndung der Geschwindigkeitsordnungswidrigkeiten Einnahmen erzielt werden." Damit hat die Stadt an laufenden Kosten lediglich etwa 756 Euro jährlich für Strom zu tragen.

Für vorerst drei Jahre. Über diesen Zeitraum läuft nämlich der Dienstleistungsvertrag. Danach muss sich zeigen, welche Ergebnisse der Blitzer gebracht hat und ob der Vertrag verlängert wird. Schließlich betritt die Stadt mit dem stationären Blitzer Neuland. Bislang hatte sie ausschließlich eine mobile Anlage im Einsatz, die aus einem Auto heraus zu schnelle Fahrzeuge erfasste.