Im Rahmen der Ausstellung "Heimat im Krieg 1914/18" hat der Stendaler Autor Albrecht Franke am Dienstag in der Katharine den Schriftsteller Edlef Köppen vorgestellt. Franke las aus dem von ihm herausgegebenen Buch "Der Krieg brach wirklich aus. Gespräch mit und über Edlef Köppen".

Stendal l Für Albrecht Franke gibt es nach seinem Vortrag nur ein Fazit: "Köppen muss gelesen werden." Eine Stunde lang hatte er zuvor über den Schriftsteller gesprochen und über das Buch "Heeresbericht", "meiner Meinung nach der bedeutendste Roman über den Ersten Weltkrieg". Dennoch gehöre der 1893 in Genthin geborene Edlef Köppen "zu den ganz großen Unbekannten der Literatur des 20. Jahrhunderts".

Um dies ein wenig zu ändern, wirbt der ehemalige Lehrer Albrecht Franke, der 1984 in einer Magdeburger Buchhandlung auf Köppen aufmerksam geworden war, nicht nur für die Lektüre des Romans "Heeresbericht", sondern rückt Köppen ins Bewusstsein der Menschen. Mit Veranstaltungen wie der am Dienstagabend in der Katharinenkirche, aber auch mit dem Buch "Der Krieg brach wirklich aus. Gespräch mit und über Edlef Köppen", im November vergangenen Jahres erschienen.

Herausgeber ist Albrecht Franke, der weitere Autoren begeistern konnte, darunter zwei seiner damaligen Schüler. Auch ein Text von Köppen selbst ist im Buch zu finden, die 1934 erschienene Erzählung "In diesen Tagen". Diese drei Worte hatte Albrecht Franke schon als Titel für das Buch geplant, als das Tote-Hosen-Lied "An Tagen wie diesen" zum Hit wurde. Und so entschied er sich für eine Zeile aus der Erzählung: "Der Krieg brach wirklich aus."

Sehr kurzweilig und sehr informativ, mit Textauszügen und Fotografien, stellte Albrecht Franke den Schriftsteller Edlef Köppen vor, der während des Krieges vom Patrioten zum Kriegsgegner wurde, der "Krieg für das größte aller Verbrechen hält". Für diese Feststellung wurde Köppen sogar ins Irrenhaus eingewiesen. Da war er noch Student in München. Später arbeitete er beim Rundfunk, 1930 erschien der "Heeresbericht". Franke: "Ein bis heute sensationeller Roman."

Die Begeisterung für das Buch weckte damals die Neugier, mehr über diesen Mann, der 1939 starb, zu erfahren. Bei den Recherchen lernte Albrecht Franke Klaus-Peter Köppen kennen, den Neffen des Schriftstellers. Als der Pfarrer i.R. vor Jahren von Magdeburg nach Tangermünde umzog, wurde der Kontakt aufgefrischt und auch ihr Plan, "etwas über Köppen zu machen" - und Albrecht Franke machte sich an die Arbeit am Buch.