Der Gedächtnisweltmeister Johannes Mallow (32) kann sich unter anderem 132 historische Daten in fünf Minuten merken. Am vergangenen Mittwoch hielt er einen Vortrag zum Auftakt des Sommersemesters am Senior-Campus an der Hochschule und stand Volksstimme-Volontärin Nadin Hänsch Rede und Antwort.

Volksstimme: Haben Sie schon einmal etwas vergessen?

Johannes Mallow: Ständig. Wenn ich die Methoden und Techniken nicht bewusst anwende, vergesse ich wie jeder mal, wo ich meinen Schlüssel hingelegt habe.

Volksstimme: Wann haben Sie denn angefangen, Ihr Gedächtnis zu trainieren?

Mallow: Vor zehn Jahren. Ich habe in einer Fernsehsendung gesehen, wie es Verona Feldbusch geschafft hat, sich eine 20-stellige Zahl zu merken. Wenn sie das kann, dann kann ich das auch, dachte ich damals. Ich wurde Mitglied auf der Internetseite des Vereins Memory XL und habe dort viel trainiert.

Volksstimme: Wie lange muss man üben, bis man so gut wird wie Sie?

Mallow: Ich habe zehn Jahre gebraucht. Aber eigentlich kann das jeder, sogar meine Mutter hat es ausprobiert und sich innerhalb von einem halben Jahr 30 Zahlen in der richtigen Reihenfolge gemerkt.

Volksstimme: Wieviele Methoden gibt es denn?

Mallow: Die Loci-Methode ist das A und O. Alle anderen sind ähnlich oder bauen darauf auf. Letztlich geht es immer darum, das was ich mir merken will, in Bilder, die ich mir eh gut merken kann, umzuwandeln.

Volksstimme: Mögen Sie Glücksspiele?

Mallow: Ja, Poker gehört zu meinem Hobbys.

Volksstimme: Glauben Sie, die Kasino-Besitzer hätten Angst vor Ihnen, weil Sie beim Black Jack die Karten zählen könnten?

Mallow: Kartenzählen geht heutzutage nicht mehr, weil die Bank das Blatt öfter austauscht. Aber ich denke man könnte sich schon einen gewissen Vorteil verschaffen, wenn man die Wahrscheinlichkeiten im Kopf berechnen kann oder weiß, welche Karten raus sind.