Die Stendaler müssen sich auch noch in den kommenden zwei Jahren auf Unannehmlichkeiten am Bahnhof einstellen. Mit der Fertigstellung des Bahnhofstunnels Mitten dieses Jahres ist mit den Bauarbeiten noch lange nicht Schluss.

Stendal l Der Bahnhofstunnel in Stendal ist eine schier unendliche Geschichte, die eigentlich Anfang 2015 nach jahrelangen Planungen und 20Monaten Bauzeit abgeschlossen sein sollte - so wurde es durch Stadt und Bahn kommuniziert. Baubeginn war Mai 2013. Nun teilte die Bahn in dieser Woche mit, dass der Tunnel zwar fertig gestellt wird, die Bahnsteigaufzüge aber erst ab 2015 gebaut und 2017 fertiggestellt werden. Die Bahnsteige selbst werden verkürzt und erhöht.

Zugverkehr wird weiter beeinträchtigt sein

"Das war von Anfang an so geplant", sagte Projektleiterin Eva-Maria Heutling von der DBProjektbau GmbH gestern auf Anfrage der Volksstimme. Es sei technisch auch gar nicht anders umsetzbar, als in diesen Etappen vorzugehen. Dass die Bauzeit sich nach Fertigstellung des Tunnels noch einmal zwei Jahre lang hinziehen werde, sei der Tatsache geschuldet, dass der Bahnverkehr so wenig wie möglich beeinträchtigt werden soll. "Das sind ja bundesweit relevante Verkehrsströme, die damit zusammenhängen", sagte Heutling.

Die Bauexpertin der Bahn hatte am Mittwoch bei einer Infoveranstaltung im Stendaler Bahnhof über das Vorhaben informiert, so wie es seit dem vergangenen Jahr für derartige Projekte gesetzlich vorgeschrieben ist. Der Termin wurde von der DB Projektbau GmbH in den amtlichen Bekanntmachungen veröffentlicht. Letztlich kamen vier Interessierte zur Veranstaltung.

Neben dem Aufzugbau und den Bahnsteigen ging es in einer gesonderten Veranstaltung um den Bau einer Haltestelle an der Fachhochschule. Dieser wird "voraussichtlich" im kommenden Jahr gebaut und ab September 2015 fertig sein, berichtete Heutling. Die DBStation Service AG investiert dort 2,3 Millionen Euro für die Haltestelle.

"Auch wir sind dort mit im Boot", sagte Stadtsprecher Klaus Ortmann gestern auf Anfrage. Für das Umfeld und die Rampe ist die Stadt zuständig. Auf dem Gelände südlich der Gleise wurden bereits einige Garagen abgerissen. "Dort werden zunächst Vorarbeiten für die Unterführung verrichtet", sagte Ortmann. Bevor die Haltestelle gebaut werden kann, müssen zunächst die Unterführung und auch die Sanierung der Osterburger Straße an der Stelle abgeschlossen sein. Der Baubeginn soll in Kürze sein.

Unterführung ist schon seit Jahren ein Thema

Rund 80 Prozent der Kosten für den städtischen Anteil an der Haltestelle bekommt die Stadt vom Land über die Nahverkehr Sachsen-Anhalt GmbH (NASA) erstattet. Unter anderem ist noch ein Grundstücksankauf zu tätigen. "Wir haben ein Interesse an der Haltestelle", sagte NASA-Sprecher Wolfgang Ball.

Für die Unterführung investiert die Bahn 4,18 Millionen Euro, die Stadt gibt insbesondere für die Straßensanierung 2,25 Millionen Euro hinzu. Mehr als zehn Jahre hat die Stadt mit der Bahn über eine Realisierung des Projektes verhandelt.

Bilder