Stendal l Für 2017 steht landesweit das Jubiläumsjahr zu 500 Jahre Reformation an. Im Oktober 1517 veröffentlichte Martin Luther in Wittenberg seine 95Thesen, die letztlich zur Spaltung der katholischen Kirche führten. Bereits an diesem Wochenende beschäftigten sich bei einer wissenschaftlichen Tagung im Domstift Stendal mehrere Experten mit der Ausprägung und Verbreitung der Reformation in der Altmark. Grundthese ist dabei, dass die Reformation erst relativ spät und erst ab 1539 offiziell in der Region Einzug hielt.

Sechs Aufständische aus Stendal wurden hingerichtet

Der pensionierte Pfarrer Reinhard Creutzburg aus Stendal referierte über "Martin Luthers Lieder und Justus Jonas´ Predigt als Anstöße zur Reformation in Stendal". 1530 hatte der Stendaler Mönch Lorenz Kokenbecker, nach dem auch eine Straße benannt ist, zum Singen von Luther-Liedern aufgefordert. "Dies wurde vom Landesherrn und dem Rat der Stadt unterdrückt", sagte Creutzburg. In der Folge entwickelte sich ein Aufruhr in der Stadt, bei dem nicht nur am Rathaus Scheiben zu Bruch gingen. Landesherr Joachim I. griff hart ein. Am Ende wurden sechs Redelsführer öffentlich hingerichtet. "Dies ist ein herausragendes Ereignis zur Reformation in der Altmark", sagte Creutzburg. Dies habe reichsweit für Aufmerksamkeit gesorgt. Auch andere Referenten betonten, dass es weit vor 1539 reformatorische Ereignisse gegeben hatte.

Die Veranstaltung wurde vom Verein für Berlin-Brandenburische Geschichte organisiert. Rund 70 Teilnehmer waren dabei.