Dass sie ein Wassergrundstück bekommen, müssen die Anlieger der Uchte in den nächsten Tagen voraussichtlich nicht befürchten. Der Wasserpegel fällt. Auch das Niveau des Flottgrabens sinkt, der Grundwasserstand bleibt dort aber dennoch hoch.

Stendal. "Die Lage hat sich entspannt. Wenn kein Niederschlag mehr dazu kommt, wird das Wasser nicht steigen", informiert Hans-Ulrich Klante, Geschäftsführer des Unterhaltungsverbands "Uchte". Diese Einschätzung gibt er für den Uchtelauf von der Quelle bis zur Mündung, wobei es aber einen Rückstau vom Aland im Bereich Walsleben gibt.

Der Wasserstand liegt derzeit bei 1,04 Meter, wie Klante gestern Nachmittag auf Anfrage sagte. "Mittelwasser ist bei 60 Zentimeter", sagte Klante. Das Mittelwasser ist ein Durchschnittswert, der sich ergibt, wenn die Wasserstände aller Tage im Jahr addiert und durch die Anzahl der Tage geteilt werden.

Ihren diesjährigen Höchststand erreichte die Uchte am 9. Januar. Um 22 Uhr wurden ein Wasserstand von 1,61 Metern gemessen. Das ist der höchste Wasserstand seit 1994, erklärte der Wasserwirtschaftler. Er gibt aber zu bedenken, dass beide Wasserstände nicht wirklich miteinander zu vergleichen sind. Schließlich ist seit 1994 viel im Bereich Hochwasserschutz geschehen. So wurden beispielsweise Brücken verbreitert. Die Abflussbedingungen haben sich geändert. In diesem Jahr soll es mit der Renaturierung der Uchte weitergehen. Wie Klante mitteilt, liegen die Pläne beim Landkreis zur Genehmigung vor. Bei Möringen soll die Stauanlage entfernt und durch eine Solgleite ersetzt werden. Renaturierungsmaßnahmen sind auch bei Tornau vorgesehen.

"Sobald wir Baufreiheit haben, geht es los", sagte Klante. Wie der Wasserwirtschaftler einschätzt, ist der überwiegende teil der Gräben in einem guten Zustand. Grabenschauen werden im März und April stattfinden.

Sorgen bereitet der Flottgraben. Zwar entspannt sich der Pegestand leicht, der Grundwasserstand wird aber noch lange hoch bleiben. "Pro Tag fällt er um etwa einen Zentimeter", sagte der Verbandsgeschäftsführer. Zudem sind die Ablaufgräben ebenfalls voll. Eine ähnliche Situation gab es bereits im Herbst 2010. Damals wurden Grundstücke geflutet. Dies ist derzeit nicht der Fall.