Eine Förderung aus dem Landesprogramm "Stark III" soll ab 2015 eine umfassende Sanierung und Umgestaltung der Tangerhütter Gemeinschaftsschule möglich machen. Geplant sind 5,3 Millionen Euro für energetische Sanierung, Schulhofumgestaltung und moderne Fachräume.

Tangerhütte l Im Mai will der Landkreis den Antrag auf eine Schulbauförderung aus dem Innovations- und Investitionsprogramm "Stark III" für die Tangerhütter Gemeinschaftsschule einreichen. Planungsleistungen in Höhe von 40 000 Euro wurden für das laufende Jahr bereits eingeplant. Sind die Fördermittel für eine der ersten Gemeinschaftsschulen im Land da, kann es hoffentlich bald losgehen mit der Umgestaltung. Bei einem Besuch in Tangerhütte machte Denis Gruber als erster Beigeordneter des Landrates noch einmal deutlich: "Die Tangerhütter Gemeinschaftsschule steht an erster Stelle der Prioritätenliste im Landkreis."

Im Gespräch mit Schulleiter Norbert Grewatsch erfuhr auch er Details über das, was sich in Tangerhütte verändern soll. Zwar gebe es noch keine konkreten Planungen, aber einiges konnte der Schulleiter schon zusammenfassen. Demnach ist die Schulhofumgestaltung samt Rückbau eines DDR-Flachbaus und der Umnutzung der historischen Sporthalle vorgesehen, auch der alte Asphalt und die Entwässerung darunter sollen entfernt und erneuert werden.

Geplant ist eine Pflasterung des Pausenhofes, der künftig auch einen neuen Zuschnitt haben wird. Neben dem derzeitigen Haupteingang auf der Hofseite soll ein Anbau erfolgen, der Platz für moderne, dem neuesten Stand entsprechende Fachunterrichtsräume, beispielsweise für Chemie und Physik, bietet.

Anbau für Fachkabinette und Internet überall

Dafür fällt aber die alte Auffahrt, von der Straße aus links vom Gebäude, weg. Im Bereich der Schulstraße könnte eine neue geschaffen werden, so die Vorstellungen des Schulleiters. Im Hauptgebäude soll künftig wieder das Klassenraumprinzip eingeführt werden, was bisher aus Mangel an Räumen nicht umsetzbar war. Ein Aufzug soll Barrierefreiheit schaffen.

Ein Anbau an der historischen Turnhalle, die künftig für den Hauswirtschaftsunterricht genutzt werden soll, könnte für die Schulspeisung genutzt werden, die derzeit noch in einem Nebengebäude auf der anderen Seite der Straße untergebracht ist und, wie Schulleiter Grewatsch findet, "eine Katastrophe" sein soll.

Jeder Raum soll künftig mit Internetanschluss versehen sein und moderne Unterrichtsmittel bieten. Schon jetzt gibt es drei interaktive Tafeln in der Gemeinschaftsschule. Mit Worten zeichnete Grewatsch ein Bild von der Schule, wie sie in Zukunft aussehen könnte.

Ein schmucker, gepflasterter Schulhof mit den bisherigen Bäumen gehört dazu. Schon vor einiger Zeit wurden in der Schule von Schülern Ideen entwickelt, wie der Pausenhof künftig aussehen könnte. Auch sie sollen Eingang in die Planungen finden. Das Einbeziehen der Schüler ist Grewatsch von jeher wichtig. "Diese Zukunftsschule wird ihr Lebenswerk sein", sagte auch Kreisschulausschussvorsitzende Edith Braun zum Schulleiter.

Dass die Fördermöglichkeiten durch das Programm "Stark III" auch auf kleine Schulen im ländlichen Raum ausgedehnt werden, dafür will sie sich gemeinsam mit Gruber einsetzen. Bisher ist eine Förderung erst für Schulen ab 80 Kindern möglich, mittelfristig erreichen die Grundschulen in Grieben und Lüderitz diese Zahlen aber nicht.

Im dünn besiedelten Raum haben aber auch Grundschulen bis 60 Kinder Bestand, der Investitionsbedarf müsste dort allerdings aus kommunalen Mitteln gedeckt werden - nicht nur in Tangerhütte unmöglich. "Wir wollen eine Nachbesserung für diese kleinen Grundschulen erreichen", machte Gruber deutlich. "Denn die Grundschullandschaft in der Region Tangerhütte ist stabil."