Lange Zeit herrschte Stille auf Schloss Schönfeld. Nun ist es dem Eigentümer Hermann Röpkes gelungen, das Anwesen zu verkaufen. Dort soll nun eine Wellnessoase mit Yoga und anderen Angeboten entstehen.

Schönfeld l Nachdem das Bordell "Madame Pompadour" auf Schloss Schönfeld im Herbst vergangenen Jahres seine Pforten schloss, drohte das Anwesen in einen Dornröschenschlaf zu verfallen. Doch das wirkte nur nach außen so. Hinter den Kulissen bemühte sich Eigentümer Hermann Röpkes um einen neuen Käufer. Zwischenzeitlich sorgte die Ankündigung der Eröffnung eines Swingerclubs für Verwirrung. Röpkes allerdings kommentierte das angeblich für den vergangenen Februar geplante Vorhaben knapp als "Unsinn".

Kaufpreis bleibt ein Geheimnis des Eigentümers

Ende der vergangenen Woche führten seine Bemühungen zum Erfolg, zuletzt hatte er eineinhalb Monate mit einem Interessenten in Kontakt gestanden, nun wurden die Verträge unterzeichnet. So lange hatte er nichts verlautbaren lassen wollen, um das Geschäft nicht zu gefährden. "Käufer ist eine deutsche Familie, die in Spanien zu Hause ist und ihren Gewerbesitz in Hamburg angemeldet hat", gab er nun auf Anfrage der Volksstimme Einzelheiten bekannt. Die Familie will auf dem Schloss mit Yoga und anderen Wellnessangeboten viele Interessierte gewinnsen, ist laut Röpkes in dieser Branche auch bereits tätig.

Weiter ins Detail wollte er allerdings noch nicht gehen. Von den zuständigen Behörden müssten noch die entsprechenden Genehmigungen erteilt werden, die seien aber bereits beantragt. Nach der Genehmigung - Röpkes rechnet mit einem Zeitraum unter drei Wochen - werde die offizielle Übergabe stattfinden, die neuen Eigentümer sich dann zu den weiteren Plänen äußern.

Ob das Schloss für die auf Immobilienseiten im Internet veranschlagten 850000 Euro verkauft wurde, wollte der ostfriesische Makler nicht sagen. "Wir sind zufrieden", meinte er nur. Zufrieden nicht nur mit dem Kaufpreis, sondern auch mit den Käufern. "Das sind nette und zuverlässige Leute", fasste er zusammen und fügte hinzu, sehr froh zu sein, dass das Schloss bald wieder eine Bestimmung und die Öffentlichkeit Zugang habe. Im Dorf war die Eröffnung als Bordell im Herbst 2012 vor allem deshalb positiv aufgenommen worden, weil sich nicht nur in dem alten Schloss wieder etwas tue, sondern auch der Park wieder zum Spazieren und als Abkürzung zum Bahnhof Steinfeld genutzt werden könne.

Im Frühjahr 2013 tauchte das Schloss dann auf Immobilienseiten im Internet auf. Der damalige Geschäftsführer von "Pompadour", Carsten Janssen, dementierte gegenüber der Volksstimme das Gerücht, dass der Bordellbetrieb schließen werde.

Ein halbes Jahr später bewahrheiteten sich die Gerüchte, der Betrieb wurde geschlossen. Seitdem war es ruhig ums Schloss. Bis zur offiziellen Übergabe an die neuen Eigentümer wird das Gebäude laut Röpkes noch von zwei Personen bewohnt.

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