Im Zusammenhang mit der Citymarkt-Ansiedlung von Edeka am Schadewachten muss die Stadt allerhand Geld in die Hand nehmen. Für 60 000 Euro will sie eine Linksabbiegespur am Südwall und für 300 000 Euro öffentliche Parkplätze bauen. Die Abrisse im Quartier hat die Stadt ebenfalls finanziert.

Stendal. In den diesjährigen Sommerferien, wenn die Verkehrsbelastung am niedrigsten ist, bekommt der Südwall eine Linksabbiegespur in Höhe der Baulücke, die einst die alte Molkerei füllte. Sie wird auf den öffentlichen und den anschließenden Kundenparkplatz des Edeka-Citymarkts im Schadewachtenquartier führen.

Das alles ist noch Zukunftsmusik und der gerade planierten Altstadtbrache noch nicht anzusehen. Aber im Laufe dieses Jahres wollen sowohl der Einzelhandelsriese als auch die Stadt Stendal ihre Bauvorhaben in Angriff nehmen. Über den städtischen Part informierte Tiefbauamtsleiter Rainer Burmeister am Mittwochabend den Ausschuss für Stadtentwicklung.

Dieser besteht aus zwei Teilen: einer Linksabbiegespur im Südwall und einer öffentlichen Stellplatzanlage für 70 Autos im östlichen Bereich des Edeka-Areals. Voraussichtlich sechs Wochen lang, so Burmeister, wird im Sommer im Südwall gebaut. Um für die zusätzliche Fahrspur Platz zu schaffen, muss der Längsparkstreifen verschwinden; die 15 oder 16 Stellplätze werden in den Innenbereich verlegt. Burmeister rechnet mit Kosten in Höhe von 55 000 bis 60 000 Euro.

Öffentlicher Parkplatz für 70 Autos

Wesentlich teurer wird die öffentliche Stellplatzanlage, die die Stadt auf dem Edeka-Gelände baut. Sie soll rund 300 000 Euro kosten. Vom Südwall aus wird eine 75 Meter lange Erschließungsstraße zu den Parkplätzen führen. Einfriedung, Schallschutz und Beleuchtungsanlage gehören ebenfalls zu diesem Projekt. Laut Tiefbauamtsleiter ist eine Kombination aus öffentlichem und Anwohnerparken vorgesehen. Gebühren werden voraussichtlich nicht erhoben.

An den öffentlichen wird sich der künftige Kundenparkplatz von Edeka anschließen; dort sind 64 Stellplätze ge-plant. Beide Anlagen werden sowohl vom Südwall als auch vom Schadewachten aus erreichbar sein.

Doch wie wird das nach Geschäftsschluss sein? Können dann zum Beispiel Theaterbesucher über den Edeka-Parkplatz die öffentlichen Stellplätze erreichen? Diese Frage stellte Ausschussmitglied Thomas Weise (CDU). Die Verwaltung wurde beauftragt, mit Edeka darüber zu verhandeln.

Edeka will am Schadewachten einen 800 Quadratmeter großen innerstädtischen Nahversorger nach einem neuen Citymarkt-Konzept bauen und wird dafür mehr als zwei Millionen Euro investieren. Die Stadt trägt mit fast einer Million Euro einschließlich der Abrisskosten zur neuen Infrastruktur bei. Seit August vergangenen Jahres sind auf der 9600 Quadratmeter großen Fläche 22 Gebäude, die meist seit 15 Jahren leer standen, dem Erdboden gleichgemacht worden.

Als eine Art Gegenleistung überträgt Edeka die Fläche für die öffentlichen Parkplätze für einen Euro an die Hansestadt Stendal.