Einen Überblick über die geleisteten Zahlungen für Menschen mit Behinderung und Pflegebedürftige lieferten Sozialamtsleiterin Christiane Rütten und Sachgebietsleiter Christian Leonhadt beim jüngsten Sozialausschuss.

Stendal l 35 Millionen Euro wird der Landkreis in diesem Jahr für die so genannte Eingliederungshilfe ausgeben. Diese Zahl war eine aus dem Bericht über die Leistungen für Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderungen, die die Mitglieder des Kreis-Sozialausschusses präsentiert bekamen. Eingliederungshilfe ist die Zusammenfassung der Unterstützung für Kinder und Erwachsene mit Behinderung, angefangen bei der Frühförderung der Kinder bis zur stationären Betreuung von Erwachsenen.

Insgesamt werden derzeit 1716 Fälle von Eingliederungshilfe im Sachgebiet "Überörtliche Sozialhilfe" des Sozialamtes bearbeitet. Vor neun Jahren war es mit 982 etwas mehr als die Hälfte. Die Zahl der Erwachsenen ist von 907 auf 1373 gestiegen. Dabei war der prozentual größte Sprung bei der ambulanten Versorgung zu verzeichnen, von 20 auf 141. Absolut gesehen gab es mit 126 bei der teilstationären Versorgung den größten Zuwachs.

Kritik an der Sozialagentur

Die Zahl der unterstützten Kinder ist seit 2005 von 75 auf 343 gestiegen. Auch bei ihnen gab es den größten Sprung in der ambulanten Versorgung, in diesem Fall der Frühförderung, das aber auch absolut: von 2 auf 243. In den vergangenen Jahren hat sich das Verhältnis zwischen unterstützten Erwachsenen und Kindern leicht verschoben. 2005 nahmen die Erwachsenen noch einen Anteil von 92,3 Prozent ein, mittlerweile sind es nur noch 80.

Wer pflegebedürftig ist, keine oder keine ausreichenden Leistungen seiner Pflegekasse erhält und nicht über ausreichend Geld verfügt, kann Leistungen der Hilfe zur Pflege in der Häuslichkeit oder in einem Pflegeheim vom Sozialamt erhalten. Drei Millionen Euro wird der Landkreis dafür in diesem Jahr ausgeben. Im Jahr 2005 waren es noch 732000 Euro gewesen.

"Es ist und bleibt einer der schwierigsten Komplexe", meinte Ausschussvorsitzende Helga Paschke (Die Linke), nachdem Sozialamtsleiterin Christiane Rütten und Sachgebietsleiter Christian Leonhardt die Zahlen vorgestellt hatten. Besonders das umständliche Genehmigungsverfahren der übergeordneten Sozialagentur wurde vom sachkundigen Einwohner Bernd Zürcher (Paritätischer) kritisiert: "Es geht hier um Menschen, nicht um Vorgänge".