Standen in den vergangenen Jahren Stadtsee-Wohnblöcke im Mittelpunkt der Investitionen, ist 2014 ein Wohnhaus in der Bahnhofsvorstadt das größte Vorhaben der Stendaler Wohnungsbaugesellschaft. In die Nicolaistraße 7 werden rund 850000 Euro investiert.

Stendal l Mit seiner Rundung ist das Eckhaus Nicolaistraße7/Blumenthalstraße ein echter Blickfang. Auch die Stendaler Wohnungsbaugesellschaft (SWG) hatte dieses Haus, das in den 1920er/30er Jahren in der Bahnhofsvorstadt gebaut wurde, nie aus dem Blick verloren - obwohl vor mehr als zehn Jahren die letzten Mieter ausgezogen waren. Den Vorsatz, das Gebäude zu sanieren und modernen Wohnraum zu schaffen, "haben wir immer vor uns hergeschoben", sagte SWG-Geschäftsführer Daniel Jircik. Die SWG hatte auf ein neues, seit geraumer Zeit angekündigtes Altschuldenhilfeprogramm gehofft für die Wohnungsunternehmen, die bewusst in die Altbausanierung investieren. Ob und wann es kommt, ist noch nicht abzusehen, aber länger wollte die SWG nicht mehr warten. Und darum nimmt sie das für sie seltene Projekt in Angriff: ein komplettes Altbauobjekt.

"Für Fahrradhäuschen ist immer ein Platz"

Auch, weil es einen Markt für kleine Wohnungen in der Bahnhofsvorstadt gibt - für Studentenwohnungen. "Im Bereich des studentischen Wohnens sind wir noch schwach aufgestellt", räumte Daniel Jircik ein. Das soll sich nun ändern, denn in der Nicolaistraße 7 sollen 17 kleine Wohnungen entstehen. "Wir stellen dabei nicht die WG in den Vordergrund, sondern wollen Studenten eigene Wohnungen anbieten", sagte der SWG-Geschäftsführer. Entgegen der Annahme, dass Studenten gern in Stendals Norden und damit nah an der Hochschule wohnen, zieht es viele Studenten in die Bahnhofsvorstadt. Jircik: "Diesen Prozess wollen wir gern unterstützen." Dass es dort Probleme mit Parkplätzen gibt, ist für die Studenten kaum ein Problem - sie reisen mit der Bahn an, zum Campus geht es mit dem Fahrrad. "Und für ein Fahrradhäuschen finden wir im Hof immer einen Platz", sagte Daniel Jircik.

"Spätestens zum Frühjahrssemester vermietet"

Die Arbeiten beginnen nach Ostern. Aus den sieben großen Wohnungen werden dann 17kleinere. Nicht nur im Inneren wird gearbeitet, auch die Fassade bekommt einen neuen Anstrich - um nach außen zu zeigen: Dies hier ist ein modern saniertes Haus.

Die Fertigstellung ist für den Herbst geplant. "Spätestens zum Frühjahrssemester 2015 sollen die Wohnungen vermietet sein", gab der SWG-Geschäftsführer das Ziel vor. Die SWG hofft, dass es wie bei früheren Bauvorhaben, zum Beispiel im Tiergartenviertel, schon während der Arbeiten eine große Nachfrage gibt und die Wohnungen schnell bezogen werden.

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