Über ihre Projekte und Forschungen im Jahr 2011 informierte Mittwochnachmittag die Winckelmann-Gesellschaft. Vor allem die Vernetzung der nationalen und internationalen Forschung über das Internet stand im Vordergrund.

Stendal. Ein erfolgreiches Jahr liegt hinter der Winckelmann-Gesellschaft: Die höchste Besucherzahl in der Geschichte des Winckelmann-Museums (12 850 Gäste wurden gezählt) sowie acht veröffentlichte Bücher und wissenschaftliche Publikationen zeigen die aktive Arbeit der Gesellschaft. "Die hohe Besucherzahl im Museum überrascht uns. Schließlich hatten wir drei Monate geschlossen", sagt Prof. Dr. Max Kunze, Präsident der Winckelmann- Gesellschaft. Vor allem und gerade wegen der Kinder-Uni, einer Veranstaltung in Kooperation mit der Hochschule Magdeburg-Stendal, arbeitete die Winckelmann-Gesellschaft 2010 so erfolgreich.

Doch nicht den Blick zurück, sondern den Blick in das junge Jahr 2011 wollen die Mitglieder der Winckelmann-Gesellschaft richten. Alles soll 2011 vernetzter, moderner, zugänglicher werden. Mehrere Mitarbeiter arbeiten daran, das umfangreiche Schaffen Winckelmanns online, also ins Internet, zu stellen. Neu ist Winckelmann im Netz nicht, nur das Wie: Eine sogenannte Winckelmanndatenbank entsteht. Diese beschäftigt sich mit den antiken Denkmälern, die Johann Joachim Winckelmann und seine Zeit kannten, und ist somit eine Datenbank, die die Kenntnis antiker Kunst im 17. und 18. Jahrhundert in Bild- und Textdokumenten zusammenträgt, mehrsprachig versteht sich. Schwerpunkt liege dabei auf dem Wirken Johann Joachim Winckelmanns als Begründer der Klassischen Archäologie und der modernen Kunstgeschichte.

Zudem gibt es gemeinsam mit Universitäten und Hochschulen eine Digitalisierung der wichtigen archäologischen Literatur. Die Seite heißt www.Arachne.de und soll als kostenloses Werkzeug der Internetrecherche für die Archäologie und die Klassische Altertumswissenschaft Objekte und Zustände erschließen und aus Hunderttausenden von Datensätzen schnell auffindbar machen. "Jedes ausgestellte Stück des Museums ist dort erfasst", erklärt Kunze. Unter anderem zuständig für die Digitalisierung ist die Archäologin Janina Göbel.

Ein weiteres Vorhaben für das Jahr ist der gemeinsam mit der Hochschule geplante Versuch, mehr Senioren in die Museen und Hochschulen zu locken. "Wir wollen es ganz genau wissen, wie wir das hinbekommen", sagte Dr. Kunze.

Übrigens: Prof. Kunze zu Ehren fertigte die Winckelmann-Gesellschaft, herausgegeben von Dr. Stephanie-Gerrit Bruer und Prof. Dr. Detlef Rößler, eine Festschrift an. 30 Beiträge von Archäologen, Altphilologen, Kunsthistorikern und Germanisten vereinen sich dort.