Die Milchwerke "Mittelelbe" vergrößern ihre Produktionsfläche und werden noch weitere Arbeitsplätze schaffen. Das erfuhren die Mitglieder des Kreis-Wirtschaftsförderungsausschusses von Geschäftsführer Uwe Bedau.

Stendal l Zu ihrer vorletzten Sitzung der laufenden Wahlperiode trafen sich die Mitglieder des Kreis-Wirtschaftsförderungsausschusses bei den Milchwerken "Mittelelbe". Deren Geschäftsführer Uwe Bedau erzählte einiges aus der Geschichte, die er bereits seit 1978 begleitet, stellte die derzeitige Situation des Unternehmens dar und wagte einen Blick in die Zukunft.

1991 wurde der VEB Dauermilchwerke von der Treuhand an die Krüger-Gruppe verkauft. Mittlerweile umfasst das Sortiment 1000 Produkte. 250 bis 300 davon werden regelmäßig produziert. "Wir leben zum Großteil vom Export rund um den Globus", sagte Bedau. Dabei werden Produkte ebenso nach Finnland wie nach Australien geliefert.

Proteinwasser für Skandinavien

Vor sich auf dem Tisch hatten die Ausschussmitglieder einen kleinen Ausschnitt aus dem Sortiment der Milchwerke. Dazu gehörten Milchmischgetränke, flüssiger Ballaststoff und Proteinwasser, eine Neuentwicklung für den skandinavischen Markt. Insgesamt werden über 40 Länder mit Stendaler Produkten beliefert. Der Jahresumsatz beträgt rund 250 Millionen Euro. Rund 350 Mitarbeiter sind im Unternehmen tätig. Eine Arbeit, die offenbar so begehrt ist, dass es auch tägliche Pendler aus Berlin gibt. "Manche konnten wir auch schon zum Umzug überreden", sagte Bedau. Die Zahl der Mitarbeiter soll steigen, ebenso wie die Produktion. So werden im Jahr 17 Millionen Dosen Säuglingsnahrung produziert. "Das soll in den kommenden Jahren verdoppelt werden", blickte der Geschäftsführer voraus. Auf dem Gelände entsteht derzeit eine Halle für eine Flüssigproduktionslinie. Bis zu einer Million Milch wird täglich an der Heerener Straße verarbeitet. Der Rohstoff kommt nicht nur aus der Region - "Dazu gibt es hier zu viele milchverarbeitende Betriebe", meinte Bedau - sondern auch aus Brandenburg und Schleswig-Holstein.

Bei einem Rundgang konnten sich die Kreispolitiker davon überzeugen, dass in den Hallen sehr hygienische, teilweise sogar sterile Zustände herrschen. Dabei mussten auch einige Treppen gestiegen werden. "Es ist einfach sauberer ohne Fahrstuhlschacht", meinte Bedau schmunzelnd.