In Dahrenstedt begann am Wochenende die Saison auf dem Kunsthof. Den Auftakt gab am Sonnabend die Vernissage mit Heinz Zöller, der Skulpturen aus Holz und Metall, meist in Anlehnung an die Antike, ausstellt. Sonntag spielte die Band "Chapeau" auf.

Dahrenstedt l Der Hirtengott Pan legt seine Harfe beiseite und widmet sich unübersehbar der Liebesfreude, die Nymphe Daphne ist auf der Flucht vor den Nachstellungen des Gottes Apoll und wird in einen Lorbeerbaum verwandelt, Aphrodite wird aus Meerschaum geboren - diese Bilder aus der antiken Mythologie stellt Heinz Zöller in seinen Skulpturen aus Holz und Metall dar. Bei den Hölzern handelt es sich um Treibholz aus dem Rhein, das der Künstler, der in Königswinter zu Hause ist, sammelt. Das Treibholz kombiniert er mit technischen Teilen, meist aus Metall, die er vom Schrottplatz holt. Zusammen mit dem Holz gehen sie eine Symbiose ein und eine Begebenheit aus der griechischen Sagenwelt, aber auch aus dem Alten Testament versinnbildlicht. Aber auch moderne Themen verarbeitet Zöller in seinen Kunstwerken.

Das Interesse an der Antike wurde bei Zöller bereits während der Schulzeit am humanistischen Gymnasium in Bonn geweckt. Nach dem Abitur begab sich Heinz Zöller gemeinsam mit seinem Schulfreund Hejo Heussen, heute Gestalter des Kunsthofs Dahrenstedt, auf Tour durch Italien, Griechenland und die Türkei. Übrigens: Dias, die auf dieser Reise vor 47 Jahren entstanden, werden bei der Ausstellung von der Decke aus auf den steinernen Fußboden der Galerie des Kunsthofs gestrahlt. Diese Installation macht es möglich, dass die Fotos auf dem Fußboden wie antike Fresken erscheinen.

"Es macht Spaß, in den Hölzern die Seele zu entdecken"

Heinz Zöller, Künstler

Nach dem Studium der Jura und Agrarwissenschaften arbeitete Zöller von 1976 bis 1986 im Institut für Agrarpolitik der Universität Bonn und von 1986 bis zum vorigen Jahr im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Die Kunst spielte aber immer eine Rolle in Zöllers Leben.

So eröffnete er 1977 eine Galerie für ostasiatische Kunst in Bonn, 1998 die "Galerie Anrheiner" in Königswinter. Seit 2000 ist er Mitglied der Gruppe "Kultur der Lokalen Agenda 21 Königswinter" und organisiert die Kunsttage in Königswinter, die in diesem Sommer mittlerweile zum 13. Mal stattfinden. Es gibt Musik und zahlreiche Künstler stellen aus. "Ich habe mir gedacht, was die können, das kann ich auch probieren", sagte Zölle im Volksstimme-Gespräch. 2007 begann er mit seiner künstlerischen Arbeit. "Es macht Spaß, in den Hölzern die Seele zu entdecken."

In Dahrenstedt schließt sich der Kreis. Heussen war bereits mit seinen Arbeiten in Königswinter. Nun erfolgte der Gegenbesuch. War Zöller vor 47 Jahren mit Heussen auf Antik-Tour, so zeigt er nun auf Heussens Kunsthof seine Kunstwerke, die ebenfalls die Antike aufgreifen. Und das nicht nur in der Asuwahl der Themen, sondern auch in der ästhetischen Ausstrahlung der Skulpturen. Dabei hält es Zöller mit Johann Joachim Winckelmann, der in der griechischen Plastik "edle Einfalt, stille Größe" entdeckte. Zöller greift die Ansicht der antiken Ästethik in seinen Arbeiten auf. Ein Grund mehr Zöllers Werke in Stendal, der Geburtstadt Winckelmanns, zu zeigen.

In Dahrenstedt zeigt Zöller 21 Plastiken. Es sind - des Transportes wegen - kleinere Arbeiten des Künstlers, der auch Skulpturen bis zu einer Höhe von 2,50 Metern entstehen lässt. Die Ausstellung steht bis zum 1. Juni auf dem Kunsthof in Dahrenstedt.

 

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