Die neuen Theaterpreise sind seit Montagabend beschlossene Sache. Bei der Abstimmung im Stadtrat unterstützten die Fraktionen von CDU/Landgemeinden und Die Linke gegenseitig ihre Änderungsanträge.

Stendal l Nach sieben Jahren werden die Eintrittspreise des Theaters der Altmark zur kommenden Spielzeit erhöht. Das beschloss der Stadtrat bei seiner Sitzung am Montagabend. CDU und Die Linke hatten Änderungsanträge eingebracht, die durch die Mehrheit dieser beiden Fraktionen ebenfalls angenommen wurden.

"Es könnte einen als Stadtrat ja freuen, wenn sich diese beiden Fraktionen einig sind", meinte SPD-Fraktionsvorsitzender Reiner Instenberg vor der Abstimmung, "aber nicht, wenn diese Einigkeit eine Gefahr in sich birgt." Und diese Gefahr sah Instenberg in dem Antrag der CDU, der vorsah, die Preise in der höchsten Kategorie noch stärker anzuheben, als von TdA-Intendant Alexander Netschajew vorgeschlagen.

Lob und Forderung vom Landesrechnungshof

Statt um drei sollten die Karten in der Platzgruppe 1 (Kategorie A) um fünf auf 28 Euro und die Tickets in der Kategorie B um drei statt um zwei auf 24 Euro erhöht werden. "Darin steckt die Gefahr, dass sich die Besucher dieser Kategorie zurückziehen", meinte Instenberg. Dem widersprach CDU-Fraktionschef Hardy Peter Güssau. "Unser Antrag wurde am 18. März im Finanzausschuss und am 31. März im Hauptausschuss behandelt", sagte er. Ihm sei in dieser Zeit nichts Negatives von Seiten des Theaters zu dem Antrag gesagt worden. "Meine Oma hat immer gesagt, was nichts kostet, ist nichts wert, und das Theater ist uns eine ganze Menge wert", fasste Güssau zusammen. Instenbergs Bedenken teilte auch Linke-Fraktionschef Mario Blasche nicht. Deren Antrag sah vor, den Kinderpreis nicht auf 4,50 Euro zu erhöhen, sondern bei 3,50 Euro zu belassen. "Das ist doch Kaffeesatzleserei vorherzusagen, wie die Besucher auf die Preiserhöhungen reagieren werden", meinte er. Ein Euro werde sicherlich nicht den Ausschlag geben.

"Es geht doch nicht darum, Theaterbesucher zu verprellen, sondern zu gewinnen", meinte FDP-Fraktionsvorsitzende Astrid Bleißner. Intendant Netschajew betone ja selbst immer wieder, einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen zu wollen. Dafür hätten seine moderaten Preiserhöhungen ausgereicht. Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU) hatte bei seinen Informationen darauf hingewiesen, dass der Landesrechnungshof die Haushaltsführung des Theaters geprüft und positiv bewertet, allerdings auch eine Preiserhöhung gefordert hat.

Alexander von Bismarck (CDU) gab zu bedenken, dass auch das Altoa nach der Preiserhöhung nicht unter Besucherrückgang gelitten hatte. "Beim Theater sind auch die teuersten Karten immer zuerst weg, dann dürfte das kein Problem sein", meinte er. Helga Zimmermann (Die Linke) stimmte ihm zu. "Diejenigen, die diese Karten kaufen, können auch die höheren Preise bezahlen", sagte sie.

"Es war Zeit, dass die Eintrittspreise moderat angehoben werden", sagte TdA-Intendant Netschajew gegenüber der Volksstimme.