Am geplanten Dom-Café darf kein Kinderspielplatz entstehen. Die Stadt hat Bedenken wegen des Denkmalschutzes. Thomas Richter-Mendau, Ideengeber des Projektes, hat dafür kein Verständnis.

Stendal l Wenn aus dem ehemaligen Gefängnis an der Hallstraße ein Wohnhaus entstanden ist, zu dem auch ein Café mit Blick auf den Dom gehört, sollte auch ein Spielplatz auf der Grünfläche vor dem Dom zum Ensemble gehören. Doch die Anfrage der Investorin Bianka Richter-Mendau wurde von der Stadt negativ beschieden. Für Ideengeber Thomas Richter-Mendau völlig unverständlich: "Kinder sind unsere Zukunft, davon wird immer geredet, und nun stören sie."

"Gegen die Einrichtung von Spielgeräten bestehen nach Rücksprache mit dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie denkmalfachlich Bedenken", heißt es in der Antwort der Stadt auf die Anfrage. Durch den Spielplatz ginge Rasenfläche verloren, und damit würde der Platz in seiner Denkmalqualität erheblich beeinträchtigt. Der Denkmalbereich Altstadt mit dem grünen Platz sei wichtiges Umfeld des national bedeutenden Doms.

Keine baulichenVeränderungen erlaubt

Charakteristischer Baumbestand, ruhige Rasenflächen, Bänke und Blumen seien wichtige Strukturelemente der als Ruheplätze dienenden ehemaligen Friedhöfen an den großen Stadtkirchen. Der Nutzungsvertrag mit der Stadtgemeinde gestatte der Stadt außerdem lediglich, die Grünanlage zu nutzen, untersagt aber bauliche Veränderungen.

Und auch über Denkmalschutz und Vertragswerk hinaus ist die Stadt nicht angetan von der Idee. Die angedachten Spielgeräte fielen doch meist sehr bunt und farbenprächtig aus. "Unterschätzen sollte man auch nicht das erhöhte Müllaufkommen auf und in unmittelbarer Nähe von Spielplätzen", heißt es in dem Schrei­ben weiter. Es werde ein erheblicher Aufwand von Nöten sein, um den bislang gepflegten Eindruck des Platzes nicht zu gefährden.

Bianka Richter-Mendau hat bereits auf das Schreiben reagiert. Der Grundtenor des städtischen Schreibens enthalte all das, was und wie es nicht geht. Bunte Spielgeräte seien nicht geplant, auch dass die Totenruhe gestört würde, könne sie nicht bestätigen. "Was wäre in dieser Angelegenheit denn möglich", fragt sie. Eine Antwort hat sie von der Stadtverwaltung bislang noch nicht erhalten.