Stendal (dly) l Im Februar stellten Landrat Carsten Wulfänger und der 1. Beigeordnete Denis Gruber ganz optimistisch die Pläne des Landkreises vor, ab 2015 flächendeckend die gelbe Tonne für die Entsorgung von Leichtverpackungen einzuführen und damit den gelben Sack abzuschaffen. Im März unterschrieb der Landrat mit dem Dualen System Deutschland (DSD) eine Vereinbarung, der Entsorger hatte damit der Einführung der gelben Tonne schon zugestimmt - doch seit ein paar Tagen steht hinter dem geplanten Termin "ein großes Frageszeichen", sagte Denis Gruber am Dienstag im Ausschuss für Ordnung, Umwelt und Landschaftsschutz. Der Landkreis habe "alles unternommen, ist momentan aber im Wartestand. Mehr steht nicht in unserer Macht", informierte der 1. Beigeordnete. Auch, wenn es zur Verschiebung kommt, ist sich Gruber sicher: "Irgendwann wird die gelbe Tonne kommen." Aber wann, könne derzeit niemand sagen.

Geplant war, am vergangenen Montag mit den Ausschreibungen zu beginnen. Doch das sei derzeit nicht möglich, weil es innerhalb des DSD "Diskrepanzen" gebe, so Gruber. Im Juni oder Juli soll es ein Treffen der Partner im Konsortium geben, um die Streitigkeiten über die Mengen- und Marktanteile beizulegen. "Bis dahin haben wir keine Gewissheit, ob eine Ausschreibung in diesem Jahr noch möglich ist", sagte Gruber. Für den Fall, dass in diesem Jahr die Einführung der gelben Tonne nicht mehr ausgeschrieben werden kann, prüft das Kartellamt derzeit, ob eine Verlängerung des bestehenden Vertrages um ein Jahr zulässig ist. Das Problem hat nämlich nicht nur der Landkreis Stendal, auch andere Kreise in der Bundesrepublik müssen die Entsorgung der Leichtverpackungen neu ausschreiben und nun ebenfalls warten. Der Landkreis Stendal will diese Leistung für die Jahre 2015 bis 2017 vergeben. Der Kreis könnte zwar auf eigenen Kosten die gelbe Tonne einführen, beantwortete Denis Gruber eine entsprechende Frage im Ausschuss, müsste dafür dann aber etwa 1,3 Millionen Euro ausgeben.