Beim Amtsgericht Stendal wurde gestern die Insolvenz des Färberhofs beantragt. Es gebe Probleme bei den Personalkosten des Bistros, sagte die Geschäftsführerin. Die Kita und das Mehrgenerationenhaus seien nicht betroffen. Der Betrieb laufe unverändert weiter.

Stendal l Ein Gläubiger sowie die Geschäftsführerin der Färberhof gGmbH haben gestern beim Amtsgericht Stendal (Az.: 7 IN 90/14) gleichzeitig ein Insolvenzverfahren beantragt. Als vorläufige Insolvenzverwalterin wurde die Magdeburger Rechtsanwältin Karina Schwarz bestellt.

"Es gibt eine kleine finanzielle Schieflage, die durch Personalkosten ausschließlich im Bistrobereich entstanden sind", sagte Geschäftsführerin Marika Mund gestern auf Anfrage der Volksstimme. Es habe über lange Zeit einen hohen Krankenstand gegeben, so dass zusätzliches Personal eingestellt werden musste.

Hoher Krankenstand trieb Kosten in die Höhe

Das private Unternehmen betreibt ein viel gelobtes Konzept zur Betreuung von Kindern und älteren Menschen. Neben dem Bistro wird vom Färberhof eine Kita und ein Mehrgenerationenhaus geführt. Der Aufbau des seit neun Jahren existierenden Projekts wurde auch durch Fördermittel unterstützt. Zahlreiche Spitzenpolitiker von Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) bis hin zur damaligen Bundesfamilienminsterin Ursula von der Leyen (CDU) haben es sich bereits angesehen.

"Es gibt ein Sanierungskonzept", sagte Mund. Es sei nur ein kleiner Teil des Unternehmens betroffen. Sie hofft, dass in den kommenden drei Monaten die Situation sich entschärft haben wird. Die Kindertagesstätte und das Mehrgenerationenhaus seien nicht betroffen. "Der Betrieb des Unternehmens läuft wie gehabt weiter." Dennoch befürchtet sie, dass es eine Menge Unruhe durch das eingeleitete Insolvenzverfahren geben wird. "Wir haben uns professionelle Unterstützung geholt, um aus der Schieflage herauszukommen", sagte Mund.

Insgesamt werden nach ihren Angaben 80 Kinder von 38 Mitarbeitern betreut. Das sei eine große Verantwortung, der sie seit fast zehn Jahren nachkomme. Sie werde alles dafür tun, um das Unternehmen zu retten.

Es habe sich um keine mangelnde Geschäftsführung gehandelt, die zur jetzigen Situation geführt habe, sagte Rechtsanwältin Schwarz. Vielmehr sei es durch hohen Krankenstand zu doppelten Personalkosten gekommen. Die Mitarbeiter bräuchten sich für die kommenden drei Monate keine Gedanken um ihre Bezahlung zu machen, da das Insolvenzausfallgeld gezahlt werden könne. Nach Angaben von Schwarz sei es nicht einfach, das Verfahren zu führen, da es "sehr öffentlich" stattfinde. Es müsse vermieden werden, dass Mitarbeiter und Eltern verwirrt werden. Das Unternehmen solle saniert und weitergeführt werden, betonte Schwarz.