Stendal l Ein Patient des psychiatrischen Salus-Fachkrankenhauses Uchtspringe steht seit Freitag vor dem Landgericht in Stendal. Ihm wird Körperverletzung vorgeworfen. Der 27-Jährige soll einen Mitpatienten auf einer geschlossenen Station der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am 1. März vorigen Jahres in "lebensbedrohender Behandlung" attackiert haben, wie es in der Anklage heißt. Die Tätlichkeiten sollen demnach vom Opfer ausge- gangen und dann eskaliert sein.

Das Opfer soll mit Händen, Fäusten und Fußtritten malträtiert worden sein. Mit schweren multiplen Verletzungen wurde der Mann zunächst im Altmarkklinikum Gardelegen behandelt und umgehend als Notfallpatient ins Universitätsklinikum Halle verlegt.

Für den 27-Jährigen auf der Anklagebank geht es in dem Prozess um die mögliche dauerhafte Unterbringung in der geschlossenen Psychiatrie (Maßregelvollzug). Dort ist er zurzeit schon vorläufig untergebracht. Sein Verteidiger Matthias Hildebrandt beantragte für den Fortgang des Prozesses den Ausschluss der Öffentlichkeit, weil möglicherweise schutzwürdige Persönlichkeitsrechte seines Mandanten verletzt werden könnten.

Die Staatsanwaltschaft befürwortete den Antrag, sodass die Prozessfortsetzung am 20. Mai wohl hinter verschlossenen Türen stattfindet, sofern die 1. Große Strafkammer unter Vorsitz von Richterin Simone Henze-von Staden dem Antrag stattgibt. Das signalisierte sie aber schon.

Gutachter sagt zu Schuldfähigkeit aus

In dem Prozess, für den vier Verhandlungstage angesetzt sind, kommt den beiden Gutachtern besondere Bedeutung zu. Zum einen Dr. Frank A. Wegener, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie aus Lüneburg, der zur Schuldfähigkeit des 27-Jährigen aussagen treffen soll. Und zum anderen Dr. Werner Kuchheuser, Oberarzt des Instituts für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Magdeburg. Er soll sein Gutachten zu den Verletzungen des Opfers erstatten.