Tangermündes Wehr geht neue Wege. Mit THW und DRK im Zusammenspiel will sie bis zum Jahresende zu einem Vorzeigefachdienst werden, der im Ernstfall auf dem Wasser zum Einsatz kommt. Seit April wird dafür geübt.

Tangermünde l "Wenn es um den Gewässerschutz geht, stehen wir im Landkreis ziemlich alleine da", berichtete Steffen Buddy, Zugführer aus Tangermünde, am Sonnabend nach einer Ausbildungseinheit. Doch das muss nicht sein, dachte sich zumindest der junge Kamerad und schmiedete Pläne. "Das Technische Hilfswerk aus Stendal hat leistungsfähige Boote", lautete ein Argument. Auch haben die Tangermünder Kameraden in der Vergangenheit Erfahrungen mit dem THW bei Einsätzen gesammelt. Hinzukommen soll künftig noch das DRK, um im Ernstfall direkt am Einsatzort mit Hilfe leisten zu können.

"Es wäre gut, wenn jede Ortswehr Kameraden zur Verfügung stellt."

Stadtwehrleiter Michael Classe

Dieses Zusammenspiel muss allerdings trainiert werden. Die Spezialtechnik der Feuerwehr, die Komponenten des THW und das Fachwissen aller Beteiligten muss bekannt sein, miteinander verknüpft und koordiniert werden. Am Sonnabend stand deshalb zum zweiten Mal ein Übungsvormittag auf dem Programm. Im Hafen von Tangermünde probten etwa 30 Mann aus allen drei Rettungsdiensten den Einsatz mit dem Abrollcontainer Umwelt der Wehr, bauten die Separationstechnik auf. Eine zweite Gruppe war zur selben Zeit auf der Schiffswerft in Aktion. "Wir haben die Möglichkeit bekommen, hier mehr über den Einsatz auf Schiffen zu erfahren", erzählte Steffen Buddy. Auf einem demnächst in Dienst gehenden Spezialschiff lernten sie Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten kennen, Wege unter Deck, machten sich mit den Platzverhältnissen und technischen Gegebenheiten vertraut. Der Brandschutzbeauftragte der SET Gottschalk habe ihnen dabei viel Wissen vermittelt und Fragen beantwortet.

Den Weg zu einem Vorzeigefachdienst Gewässerschutz wollen die Tangermünder aber nicht allein gehen. Auch Kameraden aus Langensalzwedel und Bölsdorf waren am Sonnabend dabei. "Es wäre allerdings gut, wenn jede Ortswehr drei bis vier Kameraden dafür zur Verfügung stellt", betonte Stadtwehrleiter Michael Classe am Abend während der Jahreshauptversammlung.

"Der Landkreis steht unserem Vorhaben offen gegenüber."

Zugführer Steffen Buddy

"Bei Großschadensereignissen werden viele Kameraden mit Fachwissen gebraucht", argumentierte Steffen Buddy. Deshalb sei es erforderlich, für eine solche Situation viele geschulte Männer und Frauen zur Verfügung zu haben. "Auch wenn die Elbe nicht direkt an jeden Ort unserer Einheitsgemeinde grenzt, so ist es am Ende doch ein Geben und Nehmen", versuchte Michael Classe die Ortswehren der Stadt Tangermünde zu motivieren.

"Ich bin optimistisch, bis zum Jahresende ein Konzept erarbeitet und eine Vorzeigemannschaft zu haben", sagte Steffen Buddy. Mit dabei war während der Übung am Sonnabend auch Kreisbrandmeister Ringhard Friedrich. "Der Landkreis steht unserem Vorhaben offen gegenüber", freute sich Tangermündes Zugführer.