Stendal l Neu ist die Idee der Lokalen Bündnisse für Familie nicht. Genau genommen ist sie zehn Jahre alt. Denn 2004 war der Gründungsjahr für die bundesweite Initiative "Lokale Bündnisse für Familie". Mittlerweile gibt es diese Bündnisse an rund 670 Standorten - seit gestern gibt es einen mehr: den Landkreis Stendal. Zehn Jahre in Deutschland, aber jetzt erst hier?

Weil sich sicher viele Teilnehmer der Auftaktveranstaltung - Vertreter von Unternehmen, von sozialen und kulturellen Einrichtungen, aus der Politik, von Kindereinrichtungen und Schulen, von Verbänden und Vereinen - diese Frage stellten, gab Yvonne Hollmann, in der Agentur für Arbeit die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, während der Begrüßung gleich eine Antwort. "Wir empfinden die Gründung als eine Art Ehe. Man lernt sich kennen, prüft, und dann entscheidet man sich, den nächsten Schritt zu gehen. Die bisherige Arbeit ändert sich nicht, aber die Arbeit soll nach außen hin einen offizielleren Rahmen bekommen", sagte sie.

Mit dem "Wir" in dieser Ehe sprach die Mitarbeiterin der Arbeitsagentur auch über Birgit Hartmann, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Stendal, Jacqueline Chmielewski, Gleichstellungsbeauftrage der Hansestadt Stendal, und Katrin Schmalenberger-Laukert, im Jobcenter Stendal die Beauftragte für Chancengleichheit. Die vier Frauen haben die Gründung des Bündnisses vorbereitet. Sie sind die Koordinatorinnen und zugleich Ansprechpartnerinnen für alle, die mitmachen möchten.

Gründungserklärung unterschrieben

Als Standesbeamte, um im Bild zu bleiben, agierten gestern drei Schirmherren und eine Schirmherrin in der Katharinenkirche: Landrat Carsten Wulfänger, Stendals Oberbürgermeister Klaus Schmotz, Markus Nitsch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stendal, und Marion Emmer, Geschäftsführerin des Jobcenters Stendal, setzten ihre Unterschrift unter die Gründungserklärung.

Die Bündnispartner möchten in verschiedenen Bereichen die Attraktivität der Kommunen und somit des Landkreises insgesamt erhöhen - zum Beispiel für Fachkräfte, die dadurch in der Region bleiben oder in die Altmark ziehen. Attraktiv wären mehr bedarfsgerechte Betreuungsangebote in den Kindereinrichtungen (also für Schichtarbeiter Zeiten am Abend oder am Sonnabend), aber auch eine familienfreundliche Organisation der Arbeitszeiten in den Unternehmen, die Zeit lässt für die Kinder oder die Pflege von Angehörigen. Kurz gesagt: Familienfreundlichkeit soll zum Standortfaktor werden.

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