Seit einigen Wochen wird in Buchholz stationär geblitzt. Auch wenn es noch keine offiziellen Zahlen gibt, zeigen die Geräte offensichtlich Wirkung: Viele Fahrzeuge passieren den Ort deutlich langsamer als früher.

Buchholz l Probemessungen hatten vor Monaten das Problem mehr als deutlich gezeigt: Pro Tag rasten etwa 800 Fahrzeuge zu schnell auf der Bundesstraße 189 durch Buchholz. Ein Zustand, den die Buchholzer nicht mehr hinnehmen wollten und auch die Stadtverwaltung nicht. Darum fiel eine Entscheidung, die für die Hansestadt Stendal eine Premiere ist: ein stationärer Blitzer wurde installiert, der erste im Gebiet der Hansestadt. Denn seit Übertragung der Geschwindigkeitsüberwachung vor mehr als 15 Jahren an die Kommunen in Sachsen-Anhalt hatte Stendal ausschließlich mobile Anlagen im Einsatz.

Seit April stehen beidseitig die stationären Blitzer neuester Bauart in Buchholz, etwa in der Dorfmitte. Und das mit Erfolg, wie Anwohner bestätigen. Die Geräte zeigen Wirkung. Hatten Kraftfahrer zuvor kaum an den Ortseingangsschildern auf die innerorts vorgeschriebenen 50 Stundenkilometer abgebremst, so fällt jetzt das Gegenteil auf: Autos passieren zum Teil mit wesentlich geringerer Geschwindigkeit als Tempo 50 die Messstelle.

Konkret statistisch belegen lässt sich dieser Erfolg noch nicht. "Es gibt noch keine Zahlen. Es läuft noch die Erprobungsphase, während derer auch noch die eine oder andere Einstellarbeit an der Technik erforderlich ist", sagte Stadtsprecher Klaus Ortmann auf Nachfrage. Erprobung? Technisch nacharbeiten? Heißt das, dass Raser in den ersten Tagen doch noch ungeschoren davonkommen? "Kulanz ist nicht das Thema. Die registrierten Verstöße müssen in erster Linie rechts- und beweissicher zu bearbeiten sein", erklärte der Stadtsprecher. Erfahrungsgemäß seien derartige Anlagen immer dem Umfeld, den Verkehrsbedingungen und vorhandenen Störfaktoren in einer Erprobungsphase anzupassen. Darum kümmert sich der Vertragspartner der Stadt. "Grundsätzlich ist die Anlage rund um die Uhr im Betrieb", sagte der Stadtsprecher. Verstöße werden schon jetzt "uneingeschränkt verfolgt und geahndet" bei vorhandener Rechts- und Beweissicherheit - ob nun in der Erprobungsphase oder nach Monaten in Betrieb. Und es gibt schon verwertbare Fälle, die derzeit ausgewertet und bearbeitet werden. Für eine verlässliche statistische Angabe reichen sie aber noch nicht aus, so Klaus Ortmann.

Die Hansestadt Stendal hat für den stationären Blitzer in Buchholz einen auf zunächst drei Jahre befristeten Dienstleistungsvertrag mit einer Firma aus Monheim am Rhein abgeschlossen und muss lediglich jährliche Stromkosten in Höhe von rund 760 Euro tragen. Die Kosten für die Inbetriebnahme (Strom- und Netzanschluss) wurden mit etwa 6000 Euro beziffert. Pro verwertbarem Fall soll der Dienstleister sechs Euro zuzüglich Umsatzsteuer von der Stadt als Betreiberin der Blitzer erhalten. Den Löwenanteil des Bußgeldes bekommt demnach die Stadt.