In einer Rettungsleitstelle geht es buchstäblich um Leben und Tod. Diese Arbeit erfordert ständige Präsenz und ein schnelles Reaktionsvermögen der dafür besonders ausgebildeten Mitarbeiter. Es ist ein extrem sensibler Bereich. Es muss einen daher doppelt aufhorchen lassen, wenn aus dem Umfeld klare Signale gegeben werden, dass es nach einem halben Jahr der gemeinsamen Rettungsleitstelle für die Altmark gewaltig klemmt.

Allein der hohe Krankenstand wirft Fragen auf. Von einer Über(be)lastung ist viel zu hören. Gibt es vielleicht einen Webfehler in der neuen Konstruktion? Stimmt etwas in der Organisation nicht? Hat man beim Abbau des Personals doch zu knapp kalkuliert?

Einsparungen sind angesichts immer knapper werdender Mittel richtig und notwendig. Aber sie dürfen nicht lebensgefährlich werden. Dass Fehler von überlasteten Mitarbeitern in Rettungsleitstellen schnell tödlich sein können, sorgt - wie erst vorige Woche in Wittenberg - regelmäßig für Schlagzeilen. In der Altmark sollten Kommunalpolitiker und Verwaltungs-Spitzen beider Landkreise jetzt genauer hinter die Kulissen ihrer neuen Leitstelle schauen - bevor es in einem Notfall zu spät ist.