Parkplätze, der Umgang mit den Ortsteilen, der Bau neuer Märkte, die nördliche Breite Straße - um diese und andere Themen ging es am Donnerstag beim Volksstimme-Forum. Antworten gaben sieben Kandidaten für die Stadtratswahl.

Stendal l Fünf von ihnen haben schon eine oder mehrere Spielzeiten auf der kommunalpolitischen Bühne hinter sich, für zwei würden die kommenden Jahre eine Premiere im Stadtratsensemble sein. Doch am Donnerstagabend haben sie gemeinsam ihren Auftritt auf einer kleinen Bühne im Foyer des Theaters der Altmark: die aktuellen Stadträte Hardy Peter Güssau (CDU), Reiner Instenberg (SPD), Marcus Faber (FDP) und Carola Radtke (Einzelbewerberin), Joachim Röxe (Linke), der von 2006 bis 2009 Stadtratsmitglied war, sowie Sylvia Gohsrich (Grüne) und Olaf Lincke (Piraten). Sie stellen sich den Fragen von Bernd-Volker Brahms, Leiter der Stendaler Volksstimme-Redaktion, von Redakteur Thomas Pusch sowie denen der interessierten Zuhörern. Vorhang auf!

Erster Akt

Aufwärmrunde mit der Frage: Was ist seit der Stadtratswahl 2009 gut gelaufen? Joachim Röxe fallen zwei Punkte ein: die gute Haushaltspolitik mit Halbierung der Schulden und die baulichen Belebung der Innenstadt. Noch Reserven sieht er in der Stadtentwicklungsplanung, der Schulentwicklungsplanung und der Verkehrsplanung. Carola Radtke bemängelt die Enthaltung des Stadtrates bei der Schulentwicklungsplanung. Als gut gelaufen sieht sie die Intergration der Ortsteile: "Die sind jetzt gut aufgestellt."

Von Olaf Lincke gibt es Lob für den Ausbau der Schulen und Kitas, Kritik übt er an der Nichtentscheidung in Sachen Schulentwicklung. Drei positive Beispiele nennt Reiner Instenberg: die Sanierung der Grundschulen, die "echt tolle" Entwicklung der Innenstadt, die Sanierung/Stabilisierung der SWG. Dass der Stadtrat es nicht geschafft hat, ein Stadtentwicklungskonzept zu beschließen, und zu wenig Initiative der Verwaltung bei der wirtschaftlichen Entwicklung, zählt er als Minuspunkte auf.

Eine Lehre aus der zurückliegenden Wahlperiode ist für Hardy Peter Güssau, dass für die künftige Ratsarbeit Regularien festgelegt werden sollten, wie die Fraktionen vor Entscheidungen Themen besprechen können. Sylvia Gohsrich lobt die Sanierung der Innenstadt, Potenzial sieht sie bei der Wirtschaftsförderung. Marcus Faber zählt drei Positivpunkte auf: Stadtfinanzen, Innenstadtentwicklung, Grundschulsanierung. Er hätte sich gewünscht, dass die Ortsteile noch mehr einbezogen worden wären. "Es ist schon viel passiert, aber manchmal sind sie noch nicht auf Augenhöhe", sagt der Liberale.

Zweiter Akt

Themen kommen zur Sprache, die die Gemüter bewegt haben und noch immer bewegen: der neue Netto-Markt, das Insolvenzverfahren für den Färberhof, die Situation für die Süd-Bewohner, Parken am Sperlingsberg, die Vorhaben für die leere Fläche gegenüber des TdA... Das Publikum hört Forderungen, Argumente, Lösungsvorschläge. Echte Streitpunkte untereinander gibt es nicht, in vielen Punkten herrscht sogar Einigkeit. In der Diskussion muss nicht jeder Kandidat zu jedem Thema etwas sagen - die Antworten ähneln sich oft -, in der Schlussrunde schon (siehe Seite 17).

Dritter Akt

Das Publikum kommt zu Wort. Die Dahrenstedterin Christel Güldenpfennig, Stadträtin der Fraktion CDU/Landgemeinden, beklagt, dass sich die Ortsteile oft nicht von allen Stadträten verstanden gefühlt haben. "Konzepte für die Stadtentwicklung sollten auch die Ortsteile betreffen", sagt sie und nennt als Beispiel die Kindertagesstätten in den Dörfern, in denen noch etwas getan werden muss.

Student Markus Jürisch nutzt die Gelegenheit, um Unterstützung zu erbitten - für den Bau eines Studentenwohnheimes. Ein solches plant das Studentenwerk auf dem Campus, doch das wollen nicht alle Studenten. Die zieht es in die Innenstadt. Ein leerstehendes Gebäude wie die alte Post, das sollte ihrer Meinung nach umgebaut werden. Eine tolle Idee, ermuntern mehrere Kandidaten die Studenten, das Vorhaben dem Oberbürgermeister und dem Stadtrat vorzustellen.

Schlussakt

Eineinhalb Stunden sind vorbei - der Wahltag ist eineinhalb Stunden näher gerückt. Zeit für die Schlussfrage: Was muss als Erstes vom Stadtrat anpackt werden? Faber: ein Stadtentwicklungskonzept. Röxe: ein Parkplatzkonzept und eines für die Stadtentwicklung sowie die Wirtschaftsförderung. Gohsrich: ein Tourismuskonzept. Güssau bedient sich bei Adenauer und sagt abgewandelt: "Starkes Stendal - gut, starke Ortsteile - gut, alles gut." Lincke: nach dem 25. Mai mehr Bürgerbeteiligung bei den Entscheidungen, vor dem und am 25. Mai möglichst viele Wahlbeteiligte. Diesem Wunsch schließen sich Instenberg und Radtke an.Seite 17