Seit vielen Jahren malt Rosemarie Grunow aus Dahrenstedt nicht nur für sich allein, sondern begrüßt wöchentlich auch Gleichgesinnte. Die Ergebnisse der letzten Monaten wurden gestern präsentiert. Das war zugleich der Auftakt für die Veranstaltungsreihe "Gartenlandschaft Altmark"

Dahrenstedt l "Das ist mein Lieblingsbild", sagt Ursula Lüer aus Welle und zeigt auf eine Darstellung der Kapuzinerkresse zwischen zwei Bäumen. Seit fünf Jahren lebt sie unter Anleitung von Rosemarie Grunow ihre Leidenschaft Malen aus und präsentierte unter dem Titel "Winterspeck" zusammen mit Angelika Gothe und Karin Meinke ihre Bilder der vergangenen Monate. Eigentlich sollte die Bilder unter freiem Himmel gezeigt werden, doch wegen des Regens wurden sie an Ausstellungswände in der Garage arrangiert. Das feuchte Wetter tat dem Interesse vieler alter Bekannter keinen Abbruch.

Tangerhütter will das Malen für sich entdecken

Zu den ersten Besuchern gehörte Klaus Graubner aus Tangerhütte. Er ist ein alter Bekannter und regelmäßiger Gast von Rosemarie Grunow. Mit dabei war wieder seine Kamera, mit der er seine Eindrücke akribisch festhält. In seiner Tasche hat er auch ein paar Fotos. "Das ist aber ein schöner Hahn", sagt die Gastgeberin. Sein Bild zeigt ein Gemälde des bekannten Künstlers Walter Wo- macka, der durch sein Werk "Der Strand" eine gewisse Berühmtheit erlangt hat. Graubners Wunsch ist es, solch ein Bild einmal selbst malen zu können. Deshalb will in diesem Jahr den Umgang mit Pinsel und Leinwand üben. "Das kann jeder schaffen", sagt Künstlerin Rosemarie Grunow.

Während der Tangerhütter in den Garten der Dahrenstedterin ging und sich mit der Kamera für ein Foto einer Blaumeise auf die Lauer legte, kamen schon die nächsten Besucher. "Ich bin auch Designer, Großflächendesigner", sagte der großgewachsene Mann. Er hat es zwar nicht mit Bildern oder Kunstgegenständen zu tun, dafür bearbeitet er als Landwirt große Ackerflächen, die jedes Mal ein neues Erscheinungsbild haben.

Zu sehen waren nicht nur Arbeiten der Mitglieder des Dahrenstedter Malzirkels, sondern auch zahlreiche Werke von Rosemarie Grunow selbst. "Mein Sohn kam vor einiger Zeit mit einem Hänger voller großer Leinwände, jetzt werden sie nach und nach genutzt", sagte die Dahrenstedterin. Ein paar dieser Bilder waren schon im Eingangsbereich ihres Grundstücks zu sehen.

Mehr von Grunows Kunst war in ihrem Garten verteilt. Da war zum Beispiels die Silhouette Dubais zu bewundern. Die modern-orientalische Stadtansicht entstand aus ausgedienten Holzzapfen, die aus dem Dachstuhl des Dahrenstedter Hauses entfernt wurden. Außerdem stellt die Künstlerin alle Gästebücher der vergangenen zehn Jahre zur Ansicht bereit. So lange gibt es schon diese Ausstellungstradition in dem Stendaler Ortsteil.

44 Hobbygärtner machen beim Projekt mit

Das Projekt offene Gärten ist eine Erfolgsgeschichte in der Region. 44 private Hobbygärtner öffnen in diesem Jahr wieder ihre Garten-Kleinode und laden zu den fünf Gartensonntagenin diesem Jahr zum Besuch und zu interessanten Gesprächen ein. Die nächsten Termine sind für den 22. Juni, 20. Juli, 17. August, 21. September vorgesehen. An einigen Terminen öffnet auch die Oase in Dahrenstedt wieder. Dann wird Rosemarie Grunow auch wieder aus ihrem Buch lesen und hat den Besuchern auch sonst viel zu erzählen und damit auch zu geben.

   

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