An Sonnabend zogen die Stendaler Feuerwehren Bilanz. Beeindruckend die Zahlen. Rein statistisch verging kein Tag des vergangenen Jahres, an dem nicht mindestens eine der 26 Feuerwehren der Hansestadt im Einsatz war. Leistungen, denen die Gäste des Abends großen Respekt zollten.

Stendal. "Es hätten ruhig ein paar weniger sein dürfen", kommentierte der Stendaler Wehrleiter Michael Geffers die 285 Einsätze, zu denen seine Kameraden im vergangenen Jahr ausrücken mussten, und die sie nicht selten an die Grenzen ihrer Belastbarkeit führten. Nimmt man die 129 Einsätze dazu, die von den dank Gebietsreform nun zur Hansestadt Stendal gehörenden 25 weiteren Ortswehren gefahren wurden, bedeutete das "rein statistisch mindestens einen Einsatz an jedem Tag des vergangenen Jahres", errechnete der Stadtwehrleiter. 135 Brände, darunter sechs Großbrände mussten von der Wehr gelöscht werden, unter anderem am 3. März im Wald am Wasserwerk Süd, am 17. Juni im ehemaligen "Teppichland" in der Lüderitzer Straße und am 26. September in einem Gebäude in der Gardelegener Straße. Hinzu kamen 93 Einsätze, bei denen die technische Hilfe der Kameraden erforderlich war. Alles in allem waren die 90 Männer des aktiven Dienstes der Stendaler Wehr 4630 Stunden im Einsatz, nicht mitgerechnet, die Trainingsstunden, die erfolgreich absolvierten Wettkämpfe, die Arbeit mit der Jugend- und der Kinderfeuerwehr sowie die Vielzahl von Veranstaltungen für die Bürger der Stadt, in die auch die Mitglieder der Frauengruppe sowie der Alters- und Ehrenabteilung der Wehr viel Fleiß investierten. Leistungen, die eindrucksvoll zeigten, welches Gewicht das Ehrenamt Feuerwehrmann und auch -frau hat, und welche Verantwortung jeder, der sich dazu entscheidet, trägt und ihr gerecht wird. Die Gäste der Jahreshauptversammlung, darunter Kreisbrandmeister Dieter Bolle, Kommunalpolitiker, Partner der Wehr von Polizei und Rettungsdiensten, quittierten das mit großem Respekt . Oberbürgermeister Klaus Schmotz beließ es dabei nicht. Er verband sein Dankeschön mit der Zusicherung, dass die Stadt in diesem Jahr weiter in die Ausrüstung und Technik der Wehr investieren wird, 2010 waren das fast 50 000 Euro, und dass der Bau beziehungsweise Umbau der Gerätehäuser in Borstel, Jarchau und Staffelde "wenn nicht auf einen Schlag, so doch schrittweise in Angriff genommen wird". Seinen Wünschen für die Mitglieder aller 26 Wehren der Hansestadt schlossen sich die weiteren Grußredner des Abends gern an: "Viel Freude an ihrer Aufgabe, möglichst wenig Einsätze und immer den nötigen Mut, dieses Ehrenamt auszufüllen."