Der Ausflug auf dem Elberadweg dürfte zu den angenehmen Terminen von Hartmut Möllring am Montag gehört haben. Doch so manches Schlagloch hielt dem Landeswirtschaftsminister vor Augen, dass noch viel an der Strecke zu tun ist.

Arneburg/Tangermünde l Fahrradhelm aufgesetzt, Wasserflasche in die Seitentasche gepackt und schon konnte es am Montag losgehen. Bei herrlichem Maiwetter verschaffte sich Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Hartmut Möllring (CDU) einen Eindruck von der Beschaffenheit des Elberadwegs ein Jahr nach dem Hochwasser. Auf der rund 16 Kilometer langen Strecke zwischen Arneburg und Tangermünde wurde der Minister unter anderem von Stendals und Salzwedels Landräten Carsten Wulfänger und Michael Ziche (beide CDU) begleitet.

Elektrofahrrad erleichterte das Treten

Bis auf Michael Ziche, der mit seinem Mountainbike fuhr, nutzten alle Radler E-Bikes. Das sind Fahrräder, die von einem Elektromotor unterstützt werden. "Es geht ja das Gerücht, dass diese Räder nur was für Rentner sind", sagte Möllring, der bereits zum zweiten Mal mit einem E-Bike unterwegs war. Seiner Meinung nach ist das Vehikel jedoch ideal für Touristen, die gerne mal längere Ausflüge machen aber nicht allzu sehr ins Schwitzen kommen wollen.

Beim Blick vom Arneburger Burgberg über die Elbe kam der Minister ins Schwärmen. "Kein Wunder, dass der Elberadweg zum zehnten Mal in Folge zu Deutschlands beliebtesten Fernradweg gekürt wurde." Dabei seien die Ausmaße des Hochwassers kaum noch bemerkbar. Die Radlertruppe stoppte kurz am Hotel "Goldener Anker". Die Einrichtung ist als radfreundliche Unterkunft zertifiziert und bietet sogar eine Ladestation für E-Bikes.

Radtour hatte praktischen Nutzen

Der Streckenabschnitt zwischen Arneburg und Billberge gehört zu den Problemkindern des Elberadwegs. Unebene, abschüssige Pisten, Sand, wo selbst das beste Reifenprofil kaum Halt findet. Das konnte auch Möllring am eigenen Leib feststellen. "Jedes Schlagloch muss man selber mal gespürt haben", witzelte der Minister.

Dabei ist das Anliegen der Verbandsgemeinde Arneburg-Golbeck weitaus ernster. "Der Abschnitt muss auf Vordermann gebracht werden", forderte Bürgermeister Eike Trumpf (CDU), der ebenfalls mitradelte.

Die Sanierungskosten, die sich auf fast eine Million Euro belaufen, will das Land zu 60 Prozent übernehmen. "Der Förderbescheid ist schon raus, über die Höhe gibt es aber noch Unstimmigkeiten", so der Wirtschaftsminister. Den Rest, also fast 400000 Euro, müsste die Gemeinde tragen. "Das können wir nicht stemmen", sagte Eike Trumpf. Er forderte vom Minister einen 80-prozentigen Zuschuss. Genauere Zusagen wollte Möllring am Montag nicht machen. Dass rasch was getan werden muss, erkannte jedoch auch er.

Die Wegequalität zeichnet sich nach Ansicht Michael Ziches jedoch nicht nur durch einen soliden Fahrbahnuntergrund aus. "Es gibt in der Altmark Radwege, wo man 40 Kilometer auf keine Gaststätte trifft", monierte Ziche. Auch müssten mehr Strecken durch die Städte geleitet werden.