Nach der Sprechstunde im Sozialkaufhaus sind die Vermieter Stendaler Wohnungsbaugesellschaft und Wohnungsbaugenossenschaft Altmark optimistisch, die Mieter unterzubringen. Von der Raks AG gibt es nichts Neues.

Stendal l Das Frankfurter Westend ist, wie der Name schon vermuten lässt, ein vornehmer Stadtteil. Die Wohnlage wird als Zuhause bürgerlicher, gutsituierter Bewohner beschrieben, die Immobilienpreise als überdurchschnittlich hoch. In dieser Gegend ist der Frankfurter Sitz der Raks AG, dem Vermieter der verbliebenen Wohnungen in Stendal-Süd.

Größer könnten die Gegensätze kaum sein. Gutsituierte Stendaler wohnen kaum in Süd, die Immobilienpreise sind wiederum im Keller. Allerdings bekommen die Mieter seit Wochen nicht den üblichen Standard.

Rückrufbitte blieb unbeantwortet

Zunächst drehten die Stadtwerke Anfang April wegen ausstehender Zahlungen durch den Vermieter die Fernwärme und die Warmwasserversorgung ab. Seit Mitte Mai gibt es auch keinen so genannten Allgemeinstrom mehr, das bedeutet, dass im Treppenhaus kein Treppenlicht funktioniert, die Klingelanlage lahmgelegt ist. Die Stadtwerke sprechen von einem mittleren sechsstelligen Betrag, der ihnen fehlt, und haben der Raks AG eine Frist bis zum 30. Juni gesetzt. Ist bis dahin nicht die komplette Schuld beglichen, wird den Mietern auch das Trinkwasser abgegestellt.

Mindestens alle zwei Wochen wollte der neue Prokurist des Vermieters, Ramazan Yagan, im Stendaler Büro an der Hanseallee sein. Gestern sollte er wieder in Süd sitzen, doch dort war er nicht. "Wenn er kommt, dann erst heute Abend", sagte Hausmeister Lothar Nehring.

Telefonisch war Yagan ebenfalls nicht zu erreichen, die Rückrufbitte auf der Mailbox seines Handys blieb unbeantwortet. Und der Firmensitz in der Mainmetropole mag zwar eine schöne Fassade haben, zu erreichen ist dort aber ebenfalls niemand.

Mehr als 30 Mieter bei Sprechstunde

Mit einer Sprechstunde im Sozialkaufhaus haben die Stendaler Wohnungsbaugesellschaft (SWG) und die Wohnungsbaugenossenschaft "Altmark" (WBGA) am Dienstag für den Umzug in eine ihrer Wohnungen geworben. Und sind recht zufrieden mit der Resonanz. "Es waren mehr als 30 Leute da", sagte SWG-Geschäftsführer Daniel Jircik. Er hofft, dass schnell Mietverträge abgeschlossen werden und die Menschen aus Süd "in vernünftige Wohnungen kommen, in denen geheizt werden kann und warmes Wasser fließt".

"Wir haben etliche Anträge aufgenommen, es gab auch schon Besichtigungen und zwei Mietverträge sind abgeschlossen worden", sagte Annerose Albrecht, Leiterin der Abteilung Wohnungswesen bei der WBGA. Jircik lobte auch die gute Zusammenarbeit mit dem Jobcenter und dem Sozialpsychiatrischen Dienst, die ebenfalls vor Ort waren. Es wird auch einen weiteren Sprechtag in Süd geben, der Termin steht noch nicht fest.

Bilder