Erstmals führt die Glückstour der Schornsteinfeger in diesem Jahr in den Landkreis Stendal. Am 28. Juni ist Tangermünde Etappenziel.

Stendal l Ein kleines Volksfest wird es auf dem Tangermünder Marktplatz geben, wenn dort am 28. Juni gegen 15 Uhr die Teilnehmer der Glückstour der Schornsteinfeger eintreffen. Mit von der Partie sein wird Obermeister Reinhard Wegner. "Bei einem Treffen der Obermeister habe ich die Tour nach Tangermünde gelotst", verriet er im Gespräch mit der Volksstimme. Ziel der Tour ist der Bundesverbandstag, der in diesem Jahr in Berlin stattfindet.

Die Radtour soll Werbung für den Verein "Kaminkehrer helfen krebskranken Kindern" machen. Dieser Verein wurde im Mai 2005 von Jürgen Stricker als Betroffenem mit weiteren Kollegen aus Oberfranken (Bayern) gegründet. Stricker hatte eine Tochter, die an Krebs starb, auch er selbst erlag 2010 einem Krebsleiden.

Die erste Glückstour der Schornsteinfeger führte 2006 vom Altmühltal nach Braunschweig. Ziel war es von Anfang an, den neugegründeten Verein finanziell zu unterstützen.

Zwei Spenden werden übergeben

Um möglichst große Aufmerksamkeit in der Bevölkerung zu erreichen, animieren die Schornsteinfeger Jahr für Jahr ihre Kollegen, sich mit ihnen solidarisch zu erklären und bitten, sie tatkräftig zu unterstützen. Es findet eine Ausschreibung in der Fachzeitschrift für Schornsteinfeger bundesweit statt, um das Teilnehmerfeld auf eine bestimmte Gruppe zu begrenzen.

Am 24. Juni nun startet bereits zum neunten Mal die Glückstour der Schornsteinfeger. Mit über einer Million Euro gesammelten Spendengeldern für krebskranke Kinder gehört sie zu den größten privaten Hilfsaktionen in Deutschland.

Der Verein Schornsteinfeger helfen krebskranken Kindern hat mit den Spendengeldern in den vergangenen Jahren viele Initiativen, Elternvereine und Kliniken unterstützt sowie Forschungsprojekte ermöglicht, um krebskranke Kinder und deren Familien zu unterstützen, Leben zu bewahren und Gesundheit zu fördern.

Auch in Tangermünde werden zwei Spenden übergeben. Zugute kommt das Geld dem Förderverein krebskranker Kinder in Magdeburg und einer ähnlichen Einrichtung in Lüchow-Dannenberg. Die genaue Summe wollte Wegner noch nicht verraten.

In Lübeck wird gestartet

In diesem Jahr führt die Strecke der Glückstour von Lübeck über Hamburg, Bremen, Hannover, Braunschweig, Tangermünde und Potsdam. In Berlin werden die radelnden Schornsteinger, mit knapp 40 Teilnehmern wird gerechnet, wie bereits in den vergangenen Jahren auf dem Bundesverbandstag mit großem Applaus der Kollegen und der Zuschauer, der Einwohner und der Presse in Empfang genommen werden. Und so wieder für Beachtung des Schicksals krebskranker Kinder sorgen.

In Tangermünde werden nicht nur zwei Spenden, sondern auch ein Spalier altmärkischer Schornsteinfeger auf die Teilnehmer warten. Eine Gulaschkanone wird aufgestellt und außerdem für Unterhaltung gesorgt.

Über 1000 Kilometer in sieben Tagen - die Strecke verlangt den radelnden Schornsteinfegern einiges an Energie ab, aber alle vereint das Ziel, möglichst viele Spenden für krebskranke Kinder einzusammeln und zu verteilen. Zu den Spendern gehören neben vielen berufsnahen Firmen Innungen und Kollegen, die rund um die Glückstour bei eigens organisierten Aktionen Spendengelder sammeln. ",Einer für alle, alle für einen`, der Leitspruch des Schornsteinfegerhandwerks, verbunden mit der Tradition des Schornsteinfegers als Glücksbringer zeigt sich bei der Tour auf besondere Weise", sagte Nicole Stephan, Sprecherin des Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks.