Noch hat nicht jeder oder jede Jugendliche im Landkreis, der oder die im Hebst eine Berufsausbildung beginnen möchte, einen Ausbildugsplatz sicher. 350 junge Leute sind noch auf der Suche. Sie haben aber gute Chancen auf eine Lehrstelle, sagt der Stendaler Arbeitsagenturchef Markus Nitsch und sichert Unterstützung zu.

Von Egmar Gebert

Stendal l Im September, teils auch schon im August beginnt das neue Berufsausbildungsjahr. Ein Vierteljahr vorher bereits seinen Lehrvertrag in der Tasche zu haben, wäre für die jungen Leute mit Ambitionen, ins Berufsleben durchzustarten, der Idealzustand.

Der ist im Kreis Stendal allerdings noch lange nicht und längst nicht für jeden erreicht. Wie viele Jugendliche zwischen Seehausen und Tangerhütte einen Ausbildungsplatz suchen, ist exakt nicht ermittelbar. Fest steht nur die Zahl derer, die bei ihrer Berufswahl die Hilfe der Stendaler Arbeitsagentur in Anspruch nehmen. Es sind 632 Mädchen und Jungen, die sich dort gemeldet haben - 107 mehr als es zur gleichzen Zeit im Vorjahr waren. Und es sind auch mehr junge Leute, als die Ausbildungsplätze, die der Arbeitsagentur von den Unternehmen für das kommende Lehrjahr gemeldet wurden. Insgesamt kann die Agentur für 572 betriebliche Ausbildungsplätze die Kontakte zwischen Arbeitgebern und potenziellen Azubis vermitteln.

"Wir arbeiten intensiv daran, die Bewerber mit Vermittlungsvorschlägen zu versorgen."

Für rund 290 junger Leute war dieser Weg der richtige. Sie wissen bereits, dass und in welchem Unternehmen sie ihre Berufsausbildung beginnen.Das heißt aber auch, dass noch etwa 350 Jugendliche auf der Suche nach dem passenden Ausbildungsplatz sind.

Kein Grund zur Panik, denn Ende Mai waren noch mehr als 320 der in der Arbeitsagentur gemeldeten Ausbildungsplätze unbesetzt. Damit seien "die Chancen, auch nach Pfingsten noch eine attraktive Ausbildungsstelle in einem interessanten Beruf zu finden, sehr gut", interpretiert Markus Nitsch, Chef der hiesigen Arbeitsagentur, die aktuellen Zahlen.

Und Nitsch versichert - auch namens seiner Mitarbeiter: "Wir arbeiten derzeit ganz intensiv daran, die Bewerber auf die noch freien Ausbildungsstellen aufmerksam zu machen und sie mit entsprechenden Vermittlungsvorschlägen zu versorgen." Das scheint auch in die andere Richtung zu funktionieren, denn: "Die Mitarbeiter des Arbeitgeber-Services stehen in ständigem Kontakt zu den Ausbildungsbetrieben. Wir schöpfen alle Möglichkeiten aus, um bis zum August möglichst jedem Bewerber einen Ausbildungsplatz zu vermitteln", so Arbeitsagentur-Chef Nitsch.

Fakt ist aber auch: Nicht jeder wird seinen Traumberuf finden, kann Kfz-Mechatroniker oder Verkäuferin werden. Gerade in diesen Berufen gibt es in diesem Jahr im Landkreis Stendal weit mehr Bewerbungen als Lehrstellen. Konkret: Für die 16 Plätze als Kfz-Mechatroniker-Azubi gab es 34 Bewerbungen. Fachverkäuferin oder -verkäufer wollten 81 Mädchen und Jungen werden. Gesucht werden aber nur 26 Lehrlinge.

Weit bessere Karten hat, wer sich um eine Berufsausbildung in der Tierwirtschaft, in der Kunststoffverarbeitung, im Metallbau oder der Energietechnik, in Hotellerie oder Gastronomie bewirbt. In all diesen Branchen und Industriezweigen sind noch Lehrstellen zu bekommen. Und nicht nur dort. Wer es genau wissen möchte, sollte einen Blick in den Chancenatlas der Stendaler Arbeitsagentur werfen, zu finden auf deren Webseite unter "Aktuelles".

"Der Chancenatlas zeigt auf, welche Branchen und Berufe Zukunftschancen bieten."

Markus Nitsch erklärt: "Der Chancenatlas zeigt auf, welche Branchen und Berufe hohen Fachkräftebedarf haben und somit Zukunftschancen bieten." Im Landkreis Stendal sind das unter anderem Berufe im Gesundheits- und Sozialwesen, Elektroberufe, Berufe der technischen Entwicklung, Konstruktion und Produktionssteuerung, Handwerksberufe.

Wer noch einen Ausbildungspaltz sucht und noch keinen Kontakt zur Berufsberatung der Stendaler Arbeitsagentur hatte, ist dort gern gesehen. Termine kann man bequem und schnell telefonisch unter 0800/455 55 00 vereinbaren.

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