Der Deutsche Mühlentag lockte gestern zahlreiche Besucher zur Bockwindmühle in Tornau. Bei Führungen durch das technische Denkmal erfuhren die Gäste alles über das Mahlen in früherer Zeit.

Tornau l Joachim Maeße kennt die Tornauer Bockwindmühle wie seine Westentasche. Kein Wunder, war doch sein Vater einst der Müller im Ort. Gestern erklärte Maeße interessierten Besuchern, wie das Mahlen von Schrot oder Mehl in der alten Mühle funktioniert.

Die Führungen absolvierte Maeße aber nicht allein. Ihn unterstützte Heinz Grützkau. Der Rentner setzte sich in den vergangenen Jahrzehnten maßgeblich für den Erhalt der historischen Mühle ein. Seit der Wende wird er dabei vom Tornauer Heimatverein unterstützt.

Der Heimatverein hat sich zwei wichtige Anliegen auf die Fahnen geschrieben. Zum einen wollen die Mitglieder, derzeit sind es um die 30, die Bockwindmühle erhalten. Zum anderen kümmert sich der Verein darum, dass die Geselligkeit im Dorf nicht zu kurz kommt. So organisieren die Mitglieder alljährlich neben dem Mühlentag auch das Weihnachtsbaumverbrennen sowie das Maifeuer. Gestern sorgten die Mitglieder für Deftiges vom Grill sowie Kaffee, Kuchen und Eis.

Wie Joachim Maeße berichtete, ist die ursprüngliche Mühle in Tornau einst abgebrannt. In den 1880er Jahren holten sich die Dorfbewohner eine ähnliche Mühle aus Zedau bei Osterburg. Diese wurde dort abgebaut und mit 18 Pferdefuhrwerken nach Tornau gebracht. Bei einem schweren Sturm 1972 wurde ein Flügel komplett abgerissen. Während der 1980er Jahre erfolgten erste Restaurierungen an der Mühle. So wurden die Flügel, der Bretterverschlag und die Eichenschindeln erneuert. Der gebrochene Wellkopf wurde durch einen anderen ersetzt. Der Verein ließ den Bockstrebenstuhl vor wenigen Jahren restaurieren. Damals flossen finanzielle Mittel aus dem Leaderprogramm für dieses Projekt.

Wie der Heimatvereinsvorsitzende Rüdiger Schamal mitteilte, ist die Technik heute soweit saniert, dass die Mühle funktionstüchtig ist. Sie kann in jede Himmelsrichtung in den Wind gedreht werden. Schaumahlen wurde gestern aber trotzdem nicht angeboten. "Die Flügelklappen müssen dringend erneuert werden", schilderte Schamal.