Seit März absolviert der Spanier Ruben Molina Suarez ein Praktikum im Meßdorfer Lohnunternehmen Metzger. Vorgesehen waren sechs Wochen, jetzt plant der 26-jährige, bis Juli in dem landtechnischen Betrieb tätig zu sein. Sein Ziel: auf Teneriffa eine eigene Firma gründen, vielleicht sogar ein kleines Lohnunternehmen.

Meßdorf l Seit Ende März arbeitet Ruben Molina Suarez (26) in der Werkstatt des Lohnunternehmens Metzger und hat sich im Team schon recht gut eingelebt. "Er ist sehr aufgeschlossen und wissbegierig", sagt Michael Metzger, der zusammen mit Schwester Manuela und Vater Hardy Metzger die Geschicke des Unternehmens leitet. "Ruben ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie man sich trotz erster Sprachbarrieren auch im Ausland in ein Team integrieren kann".

Der junge Spanier ist ausgebildeter Industriemechaniker und verließ seine Heimatstadt Tejina (Teneriffa) für das mehrmonatige Praktikum in Meßdorf. Aufgrund der hohen Jugendarbeitslosigkeit, einer kränkelnden Wirtschaft und fehlender Perspektiven zieht es derzeit gut ausgebildete junge Südeuropäer in Länder wie Deutschland, wo sie bei den Unternehmen nach neuen Entfaltungsmöglichkeiten suchen.

"Im Dezember hat die IHK Magdeburg einen Kooperationsvertrag mit der spanischen Gemeinde La Pobla de Vallbona geschlossen"

Michael Metzger, Meßdorf

Für Betriebswirt Michael Metzger war das Praktikum von Ruben Molina Suarez auch Neuland. Doch das altmärkische Unternehmen mit Wurzeln in Baden-Württemberg war schon immer bestrebt, über den Tellerrand zu blicken, und liegt mit dem neuen spanischen Mitarbeiter voll im Trend. "Erst im Dezember 2013 hat die Industrie- und Handelskammer Magdeburg einen Kooperationsvertrag mit der spanischen Gemeinde La Pobla de Vallbona geschlossen", erzählt Metzger.

Für den Arbeitsmarkt hierzulande wurde schon viel früher geworben, auch auf Teneriffa. Auf diese Weise wurde Ruben Molina Suarez auf Deutschland aufmerksam. Nach dem Berufsabschluss hatte er Probleme, einen Job zu finden, obwohl er sich mit einem Zusatzstudium weiter qualifiziert hatte. Deshalb machte er mit Unterstützung der spanischen Regierung einen Deutschkurs und suchte als Ingenieur für Mechanik nach Praktikumsmöglichkeiten.

Das Lohnunternehmen in der Altmark gehörte zu den Auserwählten. Via Skype-Chat trat er zu Jahresbeginn mit Michael Metzger in Verbindung. Die Landwirtschaft kennt der junge Spanier bereits seit seiner Kindheit. Seinem Großvater und seiner Mutter half er beim Anbau von Gemüse und anderen Feldfrüchten. Mit der deutschen, industrialisierten Landwirtschaft ist der Wirtschaftsbereich auf Teneriffa jedoch kaum vergleichbar. Es gibt nur kleine Landflächen und der Hauptfokus der Landwirtschaft liegt im Anbau von Bananen, Wein, Gemüse und Blumen.

Nach nunmehr zwei Monaten in Deutschland fühlt sich der Spanier sichtlich wohl in der Altmark und genießt die tägliche Arbeit mit den großen Maschinen. In der Haupterntezeit sind für das Meßdorfer Lohnunternehmen über 100 Landmaschinen im Einsatz, die regelmäßig gewartet werden müssen.

Aus den ursprünglich geplanten sechs Wochen Praktikum sind nun schon zwei Monate geworden und ein Ende ist erst einmal nicht in Sicht. "Er hat mir gesagt, dass er noch mehr über Schlepper lernen möchte", freut sich Michael Metzger über das Interesse des spanischen Gastes. Bis Juli plant Ruben Molina Suarez, noch in Meßdorf zu bleiben. Was er nach dem Praktikum macht, weiß er noch nicht genau. Doch er hat einen Traum: Irgendwann will er sein eigenes Unternehmen haben, vielleicht sogar ein kleines Lohn-unternehmen auf Teneriffa.