Bucholz l Anfang April ließ die Stadt Stendal in Buchholz an der Bundesstraße 189 zwei Blitzer montieren. Bei Testmessungen war herausgekommen, dass in der Ortschaft täglich bis zu 800 Autofahrer dort zu schnell unterwegs sind.

Wie sich nun herausstellt, hat scheinbar allein schon das Aufstellen der Geräte die Raserquote erheblich reduziert, wie Stadtsprecherin Susanne Slusarek mitteilte. In der Zeit vom 10. April bis 12. Mai - in der ersten Phase, in der regulär geblitzt wurde - waren 2651Fahrzeuge zu schnell unterwegs gewesen. Das sind durchschnittlich 83Fahrzeuge pro Tag.

Samstags wird besonders gerne zu schnell gefahren

Für die Bewohner von Buchholz seien die Blitzer ein Gewinn, so Slusarek. Es erhöhe sich für sie die Sicherheit und verringere sich die Lärmbelästigung.

Im ersten Monat wurden 1203 Fahrzeuge geblitzt, die in Richtung Magdeburg unterwegs waren (45 Prozent), in Richtung Stendal waren es 1448Fahrzeuge (55 Prozent). Die meisten Fahrer kamen mit einem Verwarngeld in Höhe von 30 Euro davon, sie waren bis zu 20 km/h zu schnell unterwegs (Lkws bis zu 16 km/h). Insgesamt lag die Zahl der Geblitzten in diesem Vergehenspektrum bei 2399 Fällen.

Im Bußgeldbereich wurden 252 Fahrer erwischt - sie mussten 80 Euro bezahlen und kassierten einen Punkt in Flensburg.

Der Blitzer könnte sich auf lange Sicht zu einer attraktiven Einnahmequelle für die Stadt herauskristallisieren. Die Stadt hat mit einer Firma, die die zwei Blitzgeräte aufgestellt hat, einen Dienstleistungsvertrag geschlossen. An laufenden Kosten trägt die Stadt jährlich 756Euro für den Strom. Für den Stromanschluss mussten 4200 Euro und für den Netzansschluss 1850 Euro bezahlt werden. Außerdem erhält der Partner sechs Euro plus Mehrwertsteuer für jeden verwertbaren Blitzerfall. Während die Verwarngelder komplett in die Stadtkasse fließen, ist dies bei den Bußgeldern nur zu 50Prozent der Fall. Diese werden von der Zentralen Bußgeldstelle in Magdeburg eingetrieben.

Im Übrigen wird samstags (559 Fälle, 22 Prozent) am meisten gerast und dienstags (191Fälle, 7 Prozent) am wenigsten. Die Zahl der nicht auswertbaren Bilder (Witterung, ausländisches Kennzeichen ohne Rückantwort) liegt bei 15-20 Prozent.