Stendal l Es war eine große Runde, die sich gestern im Zimmer von Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU) auf Einladung der Bundestagsabgeordneten Katrin Kunert (Die Linke) zum Thema Bahnverbindungen in der Altmark traf. Neben den beiden saßen SPD-Bundestagsabgeordnete Marina Kermer, Salzwedels Oberbürgermeisterin Sabine Danicke (parteilos), Erster Beigeordneter Denis Gruber und der Salzwedeler Leiter des Innovations- und Gründerzentrums, Erhard Prehm als Vertreter der beiden altmärkischen Landkreise mit am Tisch. Ihr Gesprächspartner war der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für Sachsen-Anhalt, Alexander Kaczmarek. Ihr Anliegen war ein Ersatz für den Eurocity Wawel, der mit dem Fahrplanwechsel im Dezember eingestellt wird.

Die Verbindung von Hamburg über Salzwedel und Stendal nach Berlin und weiter nach Krakau war für die polnische Bahngesellschaft PKP nach dem Wegfall der Subventionen unwirtschaftlich geworden. "Sie ist für viele Berufspendler sehr wichtig, außerdem können so auch Touristen in die Altmark reisen", sagte Schmotz. Die Bahn arbeitet bereits an einem Ersatz. "Wir müssen noch die notwendigen Fahrzeuge organisieren und Gespräche mit den regionalen Verkehrsgesellschaften führen", sagte Kaczmarek. Dazu gehören neben der Nahverkehrsgesellschaft Sachsen-Anhalt (Nasa) die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen und der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg. Die sollen zwar nicht die Verbindung finanzieren, aber in die Entscheidung einbezogen werden. Fallen wird die letztlich in der kommenden Woche bei der Internationalen Fahrplankonferenz, die am Dienstag und Mittwoch stattfindet. Es werde sich allerdings um eine nationale Ersatzlösung und keine deutsch-polnische Verbindung handeln. "Über die Grenze sind höchsten 60 Passagiere gefahren, die meisten reisen innerhalb Deutschlands", erklärte Kaczmarek. Er wollte sich nicht festlegen, ob es mit der neuen Verbindung klappen werde, sah aber durchaus gute Chancen.

Nächstes Treffen findetin Salzwedel statt

Fest steht, dass Treffen wie das gestrige wiederholt werden sollen. "Es ist besser man redet miteinander als übereinander", hatte es Erhard Prehm auf den Punkt gebracht. "Die Runde war wichtig, weil nicht jeder für sich, sondern alle an dem Thema waren", sagte Kunert.

Der dritte altmärkische Bundestagsabgeordnete, Jörg Hellmuth (CDU), war gestern verhindert, soll aber ebenso wie die altmärkischen Landtagsabgeordneten und ein Vertreter der Nasa beim nächsten Treffen dabei sein. "Das findet im Herbst in der Hansestadt Salzwedel statt", kündigte Danicke an.

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