Stendal (mr) l Im Streit um den Ausschluss der SPD-Kreispolitikerin Edith Braun ergreift jetzt auch der SPD-Ortsverein Uchtspringe Partei für die Lüderitzerin. In einem dreiseitigen Schreiben kritisieren die Mitglieder "eine fragwürdige Abrechnung mit Edith Braun" durch den Landes- und Kreisvorstand.

Brauns Kandidatur für die Wählergemeinschaft Lüderitz zur Tangerhütter Stadtratswahl sei an der Basis wie im SPD-Kreisvorstand bekannt gewesen. Der Ortsverein zitiert aus einem Protokoll des Kreisvorstandes, in dem Tangerhüttes Ortsvereins-Vorsitzende Steffi Kraemer mit dem Satz "Der Ortsverein begrüßt die Kandidatur von Edith Braun auf der freien Wählerliste von Lüderitz" zu lesen ist.

Nach dem von Landesgeschäftsführer Oliver Draber eingeleitete Abmahnverfahren, das in einen Ausschluss mündet, haben Uchtspringes SPD-Mitglieder "große Zweifel an der Rechtsauffassung des Landesvorstandes und an einem ehrlichen und kameradschaftlichen Umgang unter Sozialemokraten".

Deutliche Worte richtet der Ortsverein auch an den SPD-Kreisvorsitzenden Oliver Fleßner und den Kreisvorstand. Er fordert eine Entschuldigung "für ihre Mitverantwortung durch Wegsehen". Die Uchtspringer SPD-Mitglieder erwarten jetzt von Fleßner, "dass er zu seinen eigenen Fehlern steht und als Vorsitzender auch Verantwortung für einen offenen und ehrlichen Umgang unter Genossen übernimmt".

Nach Volksstimme-Informationen ist ein Gespräch von Vertretern der Landes- und Kreis-SPD mit Braun nunmehr für den 8. Juli geplant.